Herbstliche Festlichkeiten

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In Dänemark ist es so: Nachdem die Felder abgeerntet sind, kann man eigentlich, wann immer man Lust hat, ein Erntedankfest feiern. Das geschah früher von Ende August bis November. Heutzutage sind die Erntedankfeste aber selten geworden und haben meist gar nicht mehr so viel mit der Ernte zu tun.

Schulen und andere Institutionen lieben solche Vorwände zwar, um noch mal schnell eine Wohltätigkeitsveranstaltung zu organisieren, bei der etwas Geld in die Kasse kommt, aber von den Bauern feiert kaum einer mehr ein Erntedankfest.

Wenn man dennoch etwas herbstliche Festlichkeit in Dänemark genießen möchte, dann gibt es heutzutage unterschiedliche Möglichkeiten, die Urlaubern zugänglich sind:

– Zunächst ist da die hauseigene; wir bieten unseren Gästen an, bei uns auf dem Brombeerhof kleine Feste zu feiern, ein gemütliches Herbst-Buffet oder ein Dinner bei Kerzenlicht zu genießen. So etwas kann man unkompliziert buchen und teuer ist es auch nicht.

brombaergaarden.wordpress.com/parties

– Man kann auch in den örtlichen Zeitungen schauen, welche Privatschulen (Friskole, Privatskole) einen Herbstmarkt (Høstmarked) organisieren.

Es gibt ebenfalls Dörfer oder Gemeinden, die so etwas anbieten. Eben die Zeitungen nach dem Stichwort „høstmarked“ durchsuchen. Auf diesen kleinen Märkten, die in der Regel immer von Privatpersonen organisiert sind, gibt es stets „Essen und Trinken“ und oft werden Spiele, Musik oder andere Formen der Unterhaltung angeboten und, wie schon erwähnt, ein Flohmarkt. Flohmärkte sind hier ja sehr beliebt!

– Man kann sich beispielsweise auch an die örtliche Kirchengemeinde (Sogn, Kirke) wenden und herausfinden, welche kirchlichen Veranstaltung mit einem Ernte-/Herbstthema im Umkreis des Urlaubsortes stattfinden.

Ich lese gerade, dass die Gemeinde von Horbelev dieses Jahr ein argentinisches Erntedankfest feiern wird.

Horbelev ist ein kleines Dorf, süd-östlich von uns, zwischen dem Brombeerhof und der Stadt Nykøbing Falster gelegen.

Die Dorfkirche ist gerade restauriert worden und natürlich wollen die Dorfbewohner sie jetzt vorzeigen!

Bei kleinen Arrangements wie diesen, kann man einen guten Einblick in die festliche Seite des dänischen Landlebens erhalten. Solche Feierlichkeiten, Konzerte, Andachten und Märkte sind meist sehr stimmungsvoll und so einmalig, dass man so etwas höchstwahrscheinlich nicht noch einmal erleben wird. Darum ist ein Besuch in der Regel sehr zu empfehlen.

www.folkekirken.dk/aktuelt/kirkekalenderen

sogn.dk

– Darüber hinaus kann man im Internet nach den bio-Herbstmärkten (økologisk Høstmarked hostmarked.dk) schauen, die über das ganze Land verstreut, hier in Dänemark alljährlich im Herbst arrangiert werden. Das sind hauptsächlich PR-Arrangements, die oft recht stimmungsvoll ablaufen. Meist besteht die Möglichkeit, die Plantage, den Hof und die Produktion zu besichtigen und dazu noch unterschiedliche Produkte zu erstehen, die teilweise auf dem Hof hergestellt wurden.

Doch so wie in den USA ist es hier nicht. Dort sind „farmer’s markets“ eine günstige, frische und meist auch gesündere Alternative zum Supermarkt.

Es gibt auch eine Alternative, wo man tatsächlich noch an die „unschuldigen Gärtner“ herankommt, die wirklich noch etwas verkaufen, was gut, lecker und authentisch ist:

Das sind die kleinen „Vejboder“, die die Hausbesitzer in ihren Vorgärten an der Straße aufgestellt haben.

So ein kleiner Wagen (oder Stand) mit Gemüse, Kartoffeln, Eiern oder Obst enthält oft wirklich noch das, was der Eigentümer selbst produziert hat. Ganz besonders hier bei uns, so weit draußen auf dem Lande, kann man tatsächlich noch ein paar echte Lebensmittel bekommen, die mit Liebe produziert wurden und mit Stolz verkauft werden.

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Zurück zu den urigen Erntedankfesten:

– In der Bauernzeitung „Landbrugsnyt“ lese ich gerade von der Brauerei „Krenkerup“ (Krenkerup Bryggeri), die seit drei Jahren ein Erntefest feiert, bei dem die Zuschauer miterleben können, wie früher geerntet wurde. Bier gibt es natürlich auch und andere Aktivitäten ebenfalls. So etwas gibt es also auch, dass Firmen oder Bauernhöfe manchmal selber und alleine ein kommerzielles Erntedankfest arrangieren, wo man gegen Bezahlung dran teilnehmen kann. Solche Arrangements findet man über Tageszeitungen, oder indem man bei Brauereien und anderen Firmen nachfragt.

krenkerupbryggeri.dk/?lang=en

www.krenkerup.dk

– Gut Knuthenlund ist einer der Biohöfe, die noch echte Produkte, von wirklich guter Qualität, produzieren. Da kann man auch in normalen Mengen einkaufen. Es sind also keine Land-Souvenirs, wie bei anderen Bauern, doch billig ist es auch nicht, da alles sehr aufwendig produziert ist und somit gilt der Hof als Gourmet-Mekka für jene, die es sich leisten können.

Über das Jahr hinweg finden auf dem Gutsgelände unterschiedliche Arrangements statt, bei denen alle willkommen sind.

knuthenlund.com

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Foto: Perles

Halloween wurde früher bei uns in Dänemark gar nicht gefeiert. Dieses Fest ist erst in den 90er Jahren hier „eingezogen“, nämlich als die Supermärkte meinten, dass da doch eine Marktlücke sei, die man noch zustopfen könne.

So halbwegs hat es dann ja auch geklappt, nämlich als Schulen und Kindergärten das Thema begeistert aufgriffen. Doch so richtig eingebürgert, wie in den USA, hat sich das hier nie, da die Dänen überhaupt nicht dafür sind, Dinge gratis wegzugeben und somit gar keine Süßigkeiten vorrätig haben, die sie den Kleinen geben können, wenn sie von Tür zu Tür gehen.

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Um aber auf das schöne und idyllische Dänemark zurückzukommen, das einen als Urlauber hier erwartet: Im Herbst ist es hier natürlich ganz besonders schön und stimmungsvoll.

Ich liebe es, bei Sturm den Strand entlang zu laufen, durch den Wald oder durch unseren Garten zu spazieren, wenn das Laub sich färbt, so viele Obstsorten reif werden und es überall so wundervoll duftet!

Idyllischer und authentischer geht es gar nicht mehr und das wärmt sowohl Herz, als Seele und das gibt wiederum Kraft, die weniger erfreulichen Dinge des Lebens zu meistern.

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Halloween feiern wir hier, auf dem Brombeerhof, nicht als verrücktes, lautes Fest, sondern richten es immer so ein, dass es sehr gemütlich und stimmungsvoll wird.

Der Fokus liegt auf der kulinarischen Seite. Man genießt gutes Essen mit gutem Wein. Dekorationen und Ambiente sind herbstlich, warm und harmonisch. Schrille Plastikfiguren kommen bei uns nicht vor.

Auch ist Verkleiden meist nicht angesagt, es sei denn, es sind Kinder da. Sie bekommen natürlich all das, was ihr kleines Herz begehrt. Das ist doch klar! Die Kindheit ist so kurz, natürlich tut man alles in seiner Macht stehende, um die kleinen Menschen glücklich zu machen!

Aber auch sie nehmen am leckeren Herbstessen bei Kerzenlicht teil und erfreuen sich bei uns lieber am gemütlichen Zusammensein, als an Karneval ähnlichen Zuständen. Wir machen das auch gar nicht einmal, um Gäste zu beeindrucken, sondern für uns selbst. Es ist uns einfach wichtig, besondere Anlässe gebürtig zu feiern und den Alltag so gemütlich, wie möglich, zu gestalten.

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Abschließend sei noch erwähnt, dass Halloween ja im Grunde aus Irland kommt, wie die Meisten sicher wissen. Hier im Süden Dänemarks hatte man aber seit Jahrhunderten den Allerheiligen-Feiertag und statt Kürbissen nahm man damals Rüben, die man ebenfalls zu Laternen umgestaltete.

Manche Leute feiern bei uns auch heute noch Rübenfeste. Das können kleine Dörfer oder alternative Privatschulen oder Kindergärten sein und solche Ereignisse sind oft sehr stimmungsvoll und natürlich gehalten. Wenn man also das Glück hat, ein solches Fest noch im Lokalblatt annonciert zu sehen, dann nichts wie hin! Es lohnt sich allemal.

Rezepte und Ideen für herbstliche Festlichkeiten im natürlichen Stil kann man hier finden:

Halloween und Guy Fawkes night mit Kindern feiern

www.amazon.de/dp/B00DENC382

Thanksgiving und europäisches Erntedankfest

www.amazon.de/dp/B009KV3CTQ

Herbst und Weihnachten in Skandinavien

www.amazon.de/dp/B0099TS8AM

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Das Schöne an Halloween ist, dass es einlädt, kreativ zu sein! Zum einen sind da natürlich all die unterschiedlichen Dekorationen.

Da kann man Guirlanden und Laternen basten, Blumendekorationen anfertigen und Wände, Schränke und Tische schmücken. Selbst draussen kann man der Fantasie freien Lauf lassen.

Doch warum soll man eigentlich nur zu Weihnachten Plätzchen ausstechen? Für Halloween kann man das im Grunde ja genauso gut tun und Kinder lieben es ganz bestimmt, wenn sie sie dekorieren dürfen!

Was den Teig betrifft, so kann man entweder einfache Vanilleplätzchen backen oder man tut ein wenig sehr fein gehackten Kürbis und Zimt (oder Lebkuchengewürz) in den Teig.

Hier sind zwei Beispiele:

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Foto: Perles

Halloweenplätzchen mit Vanille

2 dl Sahne mit 250 g geschmolzener Butter, 2 dl Sirup, 2 EL Backpulver, 500 g Zucker, 2 Tütchen Vanillezucker miteinander verrühren und so viel Mehl hinzufügen, dass man den Teig gut formen kann. Er darf aber noch nicht zu fest sein.

Teig kneten und zu einer Kugel formen. Ausrollen und Plätzchen ausstechen.

Bei 180 Grad Celsius backen, bis sie leicht bräunlich geworden sind. Abkühlen lassen und dekorieren.

Halloweenplätzchen mit Kürbis und Gewürzen

Das selbe Rezept, nur fügt man 2 EL Kakao, 5 EL fei gehackten Kürbis, 3 EL fein gehackten Apfel, 50 g gehackte Nüsse, ½ TL Ingwer, 3 TL Zimt, 1 TL Kardamom und ½ TL Gewürznelken hinzu, bevor man das Mehl in den Teig rührt.

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RÜBEN und KÜRBIS

Zu Halloween und Erntedankfest gehört natürlich Kürbis. Früher waren es Rüben gewesen, aber man kann eigentlich beides nehmen und somit haben wir natürlich auch ein paar Rezepte dafür:

Wer Rüben für dekorative Zwecke braucht, wendet sich hier (auf Falster oder auf Lolland) an einen Bauern, solange sie noch auf den Feldern sind.

Später schaut man dann im Supermarkt oder im Naturkostladen (Naturkostforretning) nach, was es da noch so alles gibt.

Um die Jahrtausendwende fingen auf Samsø die Bauern an, die großen, orangen Kürbisse anzubauen, die wir aus amerikanischen Filmen kennen. Spätestens im Oktober sind sie heutzutage bei uns in jedem Supermarkt zu finden.

Diese Kürbisse sind eigentlich eine ganz wundervolle Sache. Natürlich sehen sie hübsch aus, wenn man sie als Laterne benutzt. Aber das Fruchtfleisch ist auch nicht von der Hand zu weisen.

Früher wurde der Kürbis in Nordeuropa oft süß-sauer eingelegt, was ich persönlich eher langweilig.

Auf der anderen Seite des großen Teichs wurde er dann zu Kürbistarten verarbeitet, weil oft nicht genügend Äpfel vorhanden waren.

Na ja… so umwerfend schmeckt das auch nicht.

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Was aber gleich viel besser schmeckt, sind saftige Sandkuchen, die geriebenen Kürbis enthalten!

Kürbiskuchen*

½ l Buttermilch mit 125 g geschmolzener Butter, 200 g Mehl, 200 g gemahlenen Haselnüssen, 2 TL Backpulver, 400 g Zucker, 4 TL Zimt, 2 geraspelten Möhren, 100 g geraspeltem Kürbis und 1 geriebenem Apfel verrühren, in ein tiefes Backblech füllen und bei 190 Grad Celsius ca. ½ Std. backen.

Für den Guss 200 g weiße Schokolade schmelzen und mit 200 g Schmand verrühren und auf den erkalteten Kuchen streichen. Mit sehr fein geraspelten Möhren dekorieren.

*Dieses Rezept ist ohne Eier, wer mag, kann aber ruhig welche hinzufügen.

In der herzhaften Küche kann man den Kürbis anstelle von Kartoffeln als Pommes Frites benutzen oder man kann auch Chips daraus machen, die man einfach würzt, mit etwas Öl beträufelt und im Ofen bei 200 Grad Celsius für ca. 15 Minuten bäckt.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Gratin (Auflauf).

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Kürbis-Kartoffelauflauf

Kartoffeln oder Pommes Frites in einer Ofenform schichten.

Kürbisstücken und zerschnittene Zwiebeln und Möhren dazwischen verteilen und das Ganze mit reichlich Sahne auffüllen.

Mit Backpapier oder Alufolie bedecken und 1 – 2 Stunden im Ofen garen lassen (180 bis 200 Grad Celsius).

Wer will, kann auch mit Salz und Knoblauch würzen, doch ich würde das eher nicht tun, da die anderen Gemüse schon intensiv gewürzt sind und dieses Gratin beim Wild-Essen (siehe unten) den milden Ausgleich bilden soll.

Will man aber lediglich Auflauf und Salat servieren, dann kann man den Auflauf entweder mit Salz, Pfeffer und Knoblauch würzen oder mit Käse bestreuen oder man isst ein Chutney oder Relish dazu.

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Herbstliches Essen mit Wild und zweierlei Gemüse

Wild (Ente, Hirsch, Rentier oder Elch) im Bräter zugedeckt 3 – 7 Stunden garen.

Dazu würzt man das Fleisch mit Salz, Knoblauch, Thymian, Piment und 2 Lorbeerblättern über Nacht in einen Topf, der mit 1 Liter Joghurt aufgefüllt ist. Es ist wichtig, dass alles in einer wirklich kalten Speisekammer oder im Kühlschrank steht.

Am nächsten Tage die Flüssigkeit abgießen und das Fleisch in den Bräter tun und mit 1 – 2 Flaschen Rotwein und mit ½ – 2 Liter Wasser auffüllen, je nachdem, wie groß das Fleisch und der Bräter sind.

Bei 230 Grad 1½ stunde garen und dann die Temperatur auf 200 Grad Celsius herunterschalten und das Fleisch weitere stunden garen lassen. Es soll so zart sein, dass es fast auseinander fällt.

½ Stunde vor Ende der Garzeit ½ l Sahne und Soßenbinder oder Mehl hinzugeben, um die Soße anzumachen. Alles gut verrühren, Deckel wieder drauf und noch so lange weiter kochen, bis die Soße sämig ist.

Dazu Kürbis-Kartoffelauflauf, Tomaten-Kürbis-Gemüse und gemischtes Gemüse in Sahnesoße servieren.

Apfel-Brombeermarmelade und Pflaumen-Rotkohl dazu reichen.

Tomaten-Kürbis-Gemüse aus ½ kg kleingeschnittenen Kürbiswürfeln, 1 kg gehackten Tomaten und 3 Paprikaschoten (in Streifen) kochen, indem man sie in einem Topf mit Wasser, Tomatenpüree und etwas Ketchup gart. Mit Zwiebelpulver und Salz würzen.

Gemischtes TK-Gemüse mit Wasser und Sahne aufkochen und köcheln lassen. Mit Petersilie, weißem Pfeffer und Salz würzen und so lange köcheln lassen, bis die Konsistenz perfekt ist.

QUELLE: Der obige Text ist ein Auszug aus dem folgendem Buch. Bilder und Text variieren. Goldene Herbsttage auf dem Brombeerhof

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