Isländische Rezepte

Island - Essen, Natur und Kultur

Der nachfolgende Text besteht aus unterschiedlichen Auszügen aus dem Buch Island – Essen, Natur und Kultur, die ich ergänzt habe. Das Gleiche gilt für die Fotos.

Das Buch wurde nach einer Island-Reise geschrieben und zeigt ein bisschen, was es auf dieser Reise zu sehen gab und was sie an kulturellen und kulinarischen Eindrücken hinterlassen hat.

Unter anderem kann man nachfolgend Rezepte für eine Krabbenbrottorte, isländisches Flatbröd und viele andere Spezialitäten finden.

Doch zunächst etwas über die Umstände, wie wir überhaupt in Genuss der isländischen Küche gekommen sind:

 

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Schiffsreise

Zunächst war da das Buffet. Wenn man mehrere Tage auf See ist, wird das Essen sehr wichtig, denn ansonsten hat man ja nicht so umwerfend viel zu tun.

Von Dänemark aus nimmt man das Postschiff von der Smyril Line, die nach Island und zu den Färöern fährt.

Ausser Touristen sind überwiegend Einheimische an Bord, die zwischen Dänemark und dem Nordatlantik hin- und her pendeln. In der Regel besuchen sie die Familie oder fahren zur Arbeit.

 

Buffet

Daher gibt es mehrmals am Tag ein grosses Buffet. Egal, ob Frühstück, Mïttag, Abendessen, oder auch nur Kaffee zwischendurch, was angeboten wird, muss den nordischen Geschmack der Passagiere treffen. Somit kann man sagen, dass dieses Buffet so ähnlich ist wie das dänische Frokost-Buffet oder das schwedische Smörgåsbord.

Rezepte von einem solchen Buffet findet man hier:

Smørrebrød

Kryddersild – dänischer eingelegter Hering

dänische Frikadellen

Smörgåstårta mit roten Beeten und Kaviar-Aufstrich (Kalles Kaviar)

dänisches Wienerbrød

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Viel Räucherfisch

Was macht man, wenn vor so einem grossen Buffet steht und eine Fülle von Räucherfisch und Pasteten liegt vor einem?

Fischbrote aus Roggen- beziehungsweise Vollkornbrot (wie die dänischen Smørrebrød (Stjerneskud-Variante) ) oder sogar ein Fischbrötchen sind immer eine gute Idee!

Und in diesem Sinne haben wir nachfolgend zwei weitere Rezepte aus diesen Zutaten zusammengestellt, die wirklich lecker schmecken:

 

Beliebte Fischpasteten

Auf dem obigen Bild ist ein Teil des Buffets der MF Norröna (Smyril Line). Geräucherter Fisch und Gravad Laks/Lax (gesalzener Lachs) sind überall sehr beliebt, doch etwas weniger bekanntes sind Fischpasteten/Sandwich-Spreads.

Diese sind in Skandinavien und im Norden allerdings sehr beliebt. Im Alltag isst man sie oft auf Brot und nimmt sie auch gerne als belegte Brote zur Arbeit oder zur Schule mit.

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Rezept: Fischbrötchen mit Bohnensalat

Hier (Foto oben) haben wir uns den geräucherten Fisch (geräucherter Dorsch oder ein anderer heller Fisch) mit grünem Salat und Bohnensalat zusammengestellt.

Man kann anstelle des geräucherten Fisches aber auch eine Fischpastete (Rezepte unten) nehmen. Die Sache mit dem Bohnensalat ist zwar nicht traditionell, wenn man aber vor einem grossen Salatbuffet steht, geben solche Salate, die etwas säuerlicher sind einen guten Kontrast zum fettigen Fisch. In Skamndinavien und im Norden werden da in der Regel Salate auf Mayonnaise-Basis genommen. Ich hbae aber an die Figur gedacht und wollte etwas, das ein wenig gesünder ist. Daher der nachfolgende Salat, der im Brötchen übrigens super-lecker schmeckt.

Rezept: Bohnensalat

Zutaten:

400 g grüne, gekochte Bohnen, abgetropft

1 fein gehackte Zwiebel

Pfeffer, Salz

ca. 4 – 8 EL Rapsöl, nach Belieben

1 – 2 Zitronen

4 – 6 EL gehackte Petersilie

Zubereitung:

Die gekochten Bohnen, mit Zwiebel, Pfeffer, Salz, Petersilie, Rapsöl und Zitronensaft verrühren und im Kühlschrank in einem verschliessbaren Behälter mehrere Stunden oder gerne einen ganzen Tag durchziehen lassen.

Rezept: Pastete mit geräuchertem Hering (Sildepostej)

In Dänemark ist eine Pastete aus geräuchertem Hering sehr beliebt. Diese Pastete besteht einfach nur aus zerkleinertem Fisch (in der Küchenmaschine oder mit der Gabel) und ein wenig Wasser, damit man sie streichen kann. Doch ansonsten wird keine Mayonnaise oder dergleichen verwendet.

Rezept: Smørrebrød mit Heringspastete (Sildepostej)

Macht man damit ein typisches Smørrebrød, kann man es zusätzlich noch mit gekochtem Ei (in Scheiben), Zwiebelringe und Tomatenscheibe(n) belegen und mit Schnittlauch oder Kresse garnieren.

Dass ich hier von Dänemark rede, hat seinen Grund: Obwohl Island heute selbständig ist, es besteht immer noch eine sehr enge Verbindung zwischen Dänemark und Island und die meisten Isländer sprechen auch die dänische Sprache.

Diese Verbindung hat natürlich auch grosse Auswirkungen auf die isländische Küche gehabt, wie man an vielen Gerichten, Vorzügen, Zutaten und Gewohnheiten heute noch sehen kann.

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Rezept: Lachspastete (Laksepostej)

Eine Pastete aus geräuchertem Lachs ist natürlich gleich weitaus luxuriöser als die Heringspastete, obgleich beide Fische die gleichen gesunden Fettsäuren enthalten und der Hering in Wirklichkeit nicht minderwertiger ist.

Zutaten:

400 g warm geräucherter Lachs

3 gehackte Eier (nicht ganz hart gekocht)

5 EL Skyr (oder Schmand)

gehackter Dill oder Schnittlauch nach Belieben

Zubereitung:

400 g geräucherten Lachs zerteilen und mit folgenden Zutaten vermengen: 3 gehackten Eiern, 5 EL Skyr oder Schmand und Dill oder Schnittlauch.

Alternativ kann man auch Mayonnaise oder Kräuterquark nehmen.

Schmeckt gut auf Brötchen, Weißbrot oder Crackers.

Auf dem Bild oben sieht man die Zutaten in verschiedenen Schichten, doch ohne Eier. Stattdessen sind Radieschen, Gurkenscheiben und Weißkrautsalat hinzugefügt worden. Das schmeckt auch sehr lecker.

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Rezept: Isländische Krabben-Brottorte

Brottorten, die gross was hermachen, gibt es vorwiegend in Island und in Schweden (Rezept für Brottorte mit Fleischbällchen/Köttbullar).

Da ich ein Polarbröd-Fan http://www.polarbrod.se/ bin, tendiere ich in der Regel dazu, eine solche Fischtorte aus diesem Brot zu machen.

Doch auf Island werden diese Brottorten meist aus Kastenweißbrot gemacht.

Torten von der Größe, wie man sie auf dem Bild sieht, sind typisch für besondere Festlichkeiten, wie Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und dergleichen. Dann nimmt man natürlich mehrere Weißbrote, denn es soll ja genug für alle dasein.

Zutaten:

1 Kastenweißbrot (oder etwas, das ein wenig gesünder ist, siehe unten)

200 – 400 g Krabben für die Füllung

Saft einer bio-Zitrone

4 gehackte Eier

ca. 250 g Skyr mit etwas Kräutersalz oder Kräuterquark.

ca. 9 EL Mayonnaise

zusätzlich ca. 8 EL Mayonnaise, Skyr oder Quark für die obere Dekorationsschicht der Torte

ca. 6 halbierte Kirschtomaten, zum Dekorieren

Petersilie oder Dill, zum Dekorieren

ca. 16 Gurkenscheiben, zum Dekorieren

2 – 3 Eier in Scheiben, zum Dekorieren

200 g Krabben, zum Dekorieren

eventuell 1 bio-Zitrone in Scheiben, zum Dekorieren

Zubereitung:

Die Rinde von einem Kastenweißbrot abschneiden und das Brot längs in 3 Tortenböden zerschneiden.

Jeden Boden mit Mayonnaise bestreichen und zwischen die Böden zweimal eine Füllung aus folgenden Zutaten tun:

200 g Krabben, Zitronensaft, gehackte Eier und Skyr/Kräuterquark.

Dann die Krabbentorte zusammensetzen und mit noch mehr Mayonnaise/Skyr oder Quark bestreichen und mit ca. 200 g Krabben belegen.

Mit Radieschen, Gurkenscheiben, Kirschtomaten, Dill etc. dekorieren.

Aufbewahrungstipp:

Torte mit Frischhaltefolie zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Skandinavisches BROT BACKEN 1

Wer auch das Brot gerne selbst backen möchte und kein ungesundes Weissbrot haben will, dem gefällt vielleicht dieses Rezept mit Dinkel.

Alternativ findet man in dem oben abgebildeten Buch auch viele andere Rezepte, von denen man das eine oder andere Rezept anstelle eines normalen Kastenweißbrotes nehmen kann:

Skandinavisches Brot backen: Die besten Dinkel-Rezepte aus dem hohen Norden

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Die isländische Küche

Die Sache mit der isländischen Küche ist jene:

Nicht nur liegt Island weit von Europa oder Nordamerika entfernt, der Nordatlantik hat, trotz des Golfstromes, immer noch ein sehr harsches Klima.

Daher war es früher sehr begrenzt, was auf Island wuchs und was man an Tieren halten konnte.

Daher wurden, wie überall in den sehr abgelegenen nordischen Regionen, bestimmte Dinge gegessen, die man unter normalen Umständen nicht essen würde. Diese Dinge gehören heutzutage auch teilweise noch zur isländischen Küche. Wir erwähnen sie allerdings nicht, weil sie ersten nicht besonders gut schmecken und zweitens werden diese Dinge heutzutage eigentlich nur als Mutprobe verwendet.

Wir beschäftigen uns daher nur mit den Gerichten, die tatsächlich etwas mit der Nahrungsaufnehme zu tun haben und die allen gut schmecken.

Plokkfiskur ist ein altes Gericht, das in die letztere Kategorie paast.

Zwar wurde auch dieses alte Gericht ursprünglich kreiert, um Reste zu verwerten, es schmeckt aber dennoch hervorragend und ist relativ gesund.

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Rezept: Plokkfískur

Man kann eigentlich jeden weißen Fisch dafür verwenden. Doch meistens benutzen die Leute Heilbutt oder Rotbarsch. Dorsch ist auch eine gute Idee, denn den gibt es im Nordatlantik zur Genüge.

Zutaten:

600 g Fisch

600 g gekochte Salzkartoffeln

1 Zwiebel

ca. 1 dl Milch

ca. 3 EL Butter

3 EL Mehl

Zubereitung:

600 g Fisch in große Stücke zerkleinern. 600 g gekochte Salzkartoffeln zerdrücken und 1 Zwiebel hacken.

Ca. 1 dl Milch erhitzen.

In einer anderen Pfanne die Zwiebel in Butter braten und 3 EL Mehl unterrühren. Die erhitzte Milch hinzufügen und gut verrühren. Dann Kartoffeln und Fisch hinzugeben. Salzen und unter stetigem Rühren so lange kochen lassen, bis alles gut durchgewärmt ist.

Normalerweise wird diese Vorgehensweise in einem weißen Fischgericht resultieren, das mit Schnittlauch oder Dill gewürzt wird, um so einen farbigen Akzent zu setzen.

Doch Kinder lieben Farbe. Darum haben wir für das oben abgebildete Gericht die Hälfte mit gekochtem Möhrenpüree, Erbsen und Mais verfeinert. Die andere Hälfte ist mit gekochtem TK-Spinat verfeinert. Noch leckerer schmeckt es, wenn man ein wenig Butter oder Sahne hinzufügt.

Wer wissen will, wie es auf die traditionelle Art zubereitet wird, kann dies in diesem Video sehen:

Video:

http://icelandpictures.tumblr.com/post/2359448666/traditional-icelandic-plokkfiskur-fish-dish

Fotoserie:

http://tasteoficeland.blogspot.dk/2012/11/plokkfiskur.html

Brot backen

Nordisches Brot

Fladen- oder Flachbrot ist sehr lecker und überaus praktisch.

Darum lieben wir es so sehr. Man rollt einfach ein wenig Aufschnitt oder Fischpastete zusammen mit etwas Salat und Tomate ins Brot und schon hat man eine schnell und leckere Zwischenmahlzeit, die dazu noch relativ gesund ist!

Wie man so etwas selbst bäckt, kann man beispielsweise in dem obigen Buch lesen:

Brot backen – nach skandinavischer Art

oder man versucht sich mit dem unteren Rezept.

Die dunklen Flecken von dem Brot komme daher, weil das Brot auf dem Herd eher gebraten als gebacken wurde.

Unten sieht man das Brot in rechteckiger Form.

Ich mache meistens aber rundes Fladenbrot. Das ist zwar nicht ganz so einfach zum Einrollen, geht dafür aber schneller und schmeckt genauso gut.

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Rezept: Kartoffel-Flachbrot (Kartöfluflatbrauð)

Zutaten:

500 g gekochte Kartoffeln

ca. 250 g Roggenmehl

Zubereitung:

500 g gekochte Kartoffeln zerdrücken und 250 g Roggenmehl unterrühren, bis man einen Teig erhält, der relativ steif ist und eine recht dichte Konsistenz hat. Es kann sein, dass man nicht das gesamte Mehl braucht, immerhin enthält der Teig ja kein zusätzliches Wasser.

Teig zu Teigbällchen formen und diese dann flach drücken oder rollen, bis man dünnes Flachbrot hat. Diese kleinen Brotscheiben können rund oder auch viereckig sein.

Man bratet diese Brotscheiben dann trocken, entweder auf einer heißen Platte oder in einer dafür geeigneten Pfanne, bis sie durchgebacken sind und diese charakteristischen braunen Flecke haben..

Diese Delikatesse ist nicht nur für Island typisch, sondern auch für Finnland und Norwegen.

round fruit near mason glass jar

Rezept: Zwetschgen-Kompott (Sveskjugrautur)

Auf Island benutzt man oft getrocknetes Obst/Backobst, denn frische Früchte sind auf Grund des Klimas natürlich nur selten erhältlich. Kompott ist, wie auch früher in Deutschland, in Island heute noch recht beliebt. Wenn der Rhabarber reif ist, nimmt man natürlich frischen, doch oft wird das Kompott aus getrockneten Äpfeln, Zwetschgen oder Aprikosen zubereitet und wird dann mit Sahne serviert.

Zutaten:

1 kg getrocknete Zwetschgten

ca. 1 – 2 l Wasser zum Einweichen

Zucker nach Belieben, kann man theoretisch auch weglassen

Zubereitung:

Die getrockneten Zwetschgen 12 Stunden in Wasser aufweichen lassen. Im Einweichwasser kochen, bis die Pflaumen weich sind und Zucker hinzugeben. 3 EL Maisstärke mit 1 dl Wasser verrühren und zu dem Kompott geben. Bei niedriger Temperatur kochen lassen, bis man mit der Konsistenz zufrieden ist.

Das Kompott auf dem obigen Bild ist aus selbst geernteten Pflaumen gekocht. Wenn man frische Pflaumen benutzt, braucht man kein oder kaum Wasser hinzuzufügen, da sie sehr viel Flüssigkeit enthalten. Aber man muss sehr aufpassen, dass nichts überkocht oder anbrennt.

Unterschiedliche süße Suppen (und dergleichen) findet man auch in dem Kapitel „Isländische Beeren” im Island-Buch.

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Reispudding-Geschichten

Sowohl dieses Gericht, als auch die damit verbundenen Traditionen zeugen noch von der engen Verbindung zwischen Dänemark und Island. Zu Weihnachten wird in beiden Ländern ein Reispudding serviert. In Dänemark wird dieses Dessert mit Kirschsauce angerichtet. Doch in Island wird es eher als eine Art Vorspeise gegessen, nämlich bevor das Hauptgericht “hangikjöt” serviert wird.

In Dänemark werden oft Vanille und gehackte Mandeln mit untergerührt.

Das dänische Rezept findet man hier.

Island hingegen hält sich eher an uralte Traditionen: Der Reispudding wird so angerichtet wie man es die letzten 200 Jahre (oder länger) in Nordeuropa tat, als einfache Reisgrütze, die teilweise mit Wasser, teilweise mit Milch gekocht wird. Die einzige Würze ist entweder Zimt-Zucker oder ein Sirup, der aus roten Beeren hergestellt wurde.

Die moderne dänische Dessert-Variante wird heutzutage immer kalt serviert, wo hingegen die Isländer ihr süßes Reisgericht in der Regel warm essen. Die einzige Ausnahme ist Reispudding mit Karamell. Das ist ebenfalls ein isländisches Dessert, das kalt gegessen wird. Aber es ist ein modernes Phänomen.

Dies ist wieder einmal ein Beispiel davon, wie die Isländer es auf Grund ihrer Abgeschiedenheit vermochten, uralte skandinavische Traditionen zu bewahren. Dies gilt sowohl für Sprache und Kultur als auch für Kulinarische Spezialitäten.

Ein weiterer Brauch, den die beiden Nationen teilen, sind einige Weihnachtstraditionen. Was den Reispudding betrifft, so wird in dem Pudding eine ganze Mandel versteckt und wer die findet, bekommt „Mangelgaven“, eine kleines Geschenk.

So etwas kann zu vielen lustigen Anekdoten führen. Beispielsweise hatte eine Familie einmal die Mandel vergessen. Und so trug es sich zu, dass alle riesige Mengen Reisgrütze vertilgten, in der Hoffnung, dass jeder das Geschenk bekommen würde. Oder in einer anderen Familie hatte die Hausfrau die Mandeln nicht klein genug gehackt und so waren viele mehr oder weniger ganze Mandeln darunter und viele Leute, die meinten, ein Anrecht auf das Geschenk zu haben.

Rezept: Reispudding (Hrísgrónagrautur)

Hier kommt das Grundrezept:

Zutaten:

200 g Reis

ca. ½ l Wasser

ca. 1½ l Milch

1 kleine Prise Salz

Zubereitung:

200 g Reis in ½ l Wasser kochen, bis das Wasser mehr oder weniger aufgesagt ist. Dann 1½ l Milch und eine Prise Salz hinzufügen und bei niedriger Temperatur so lange köcheln lassen, bis der Reis weich und zart ist. Oft umrühren, denn die Reisgrütze brennt leicht an.

Tipp:

Ich nehme Instant-Reis (Reisflocken) und backe den Reis im Ofen. – Ganz einfach weil das am Schnellsten geht und kaum Abwasch macht. Die Zutaten sind lediglich: Reisflocken, Vanille und ein kleines bisschen Zucker. Alles in eine Auflaufform tun und mit Milch auffüllen. Wer mag kann entweder Butterflöckchen drauf verteilen oder ein klein wenig Sahne hinzufügen. Das Gericht mit Backpapier bedecken und bei 190 Grad ½ Stunde backen. Doch es kommt auf den Ofen an. Meiner ist sehr langsam und leider völlig unzuverlässig. Es ist aber auch sehr wichtig, dass man nicht zu viel Reis nimmt, denn ansonsten kann der Pudding schnell sehr hart werden. Man muss das eben mehrmals ausprobieren, um herauszufinden, wie flüssig das Endresultat sein soll. Jedes Familie hat da andere Vorlieben.

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Plunderstücke oder Gebäckstängen (Wienerbrød/Vínarbrauð )

Da Island ja die bereits beschriebene Verbindung zu Dänemark hat, ist auch das Wienerbrød aus Island nicht wegzudenken.

Hier haben wir eine etwas einfachere Variante gewählt, die leicht nachzubacken ist. Es gibt auch Varianten, die dauern ewig und machen wahnsinnig viel Arbeit, obwohl sie nicht unbedingt besser schmecken. Daher also die einfache Variante, die Hausfrauen oft zu Hause backen oder die Kinder im Kindergarten mit ihren Erziehern backen. jeder krigt das hin; es ist überhaupt nicht schwer. Man sollte aber aufpassen, dass der Teig lange genug aufgeht, damit er schön leicht ist. Bei mir sind das meist so um die 2 Stunden.

Das obige Foto ist übrigens eine Nahaufnahme aus meiner eigenen Küche, die zeigt, wie lecker es werden kann, wenn man so richtig viel von dem Guss (Remonce) zusammen mit Mandeln oder Nüssen auf den Teig gibt.

Das ist einfach super-lecker. Doch leider auch etwas kalorienintensiv. besonders auch weil es so gut schmeckt, dass man nie aufhören kann, davon zu essen. Meist sind die Bleche bei uns schon leergeputzt bevor der Kuchen überhaupt erkaltet ist.

white ceramic mug with brown liquid inside beside purple flower and pastry

Rezept: nordische Plunderstücke (oder lange Gebäckstange)

Es ist egal, ob man eine (oder mehrere) lange Gebäckstangen backen will oder kleine Plunderstücke. Lediglich die Backzeit ist unterschiedlich.

Zutaten:

TEIG

300 g weiche Butter

50 g Hefe

2½ dl Milch

1 Ei

1 Prise Salz

2 EL Zucker

ca. 8 dl Mehl

REMONCE

100 g Butter

ca. 200 g Zucker

1 Vanillestange oder 2 Päckchen Vanillezucker

Zimt nach Belieben

eventuell 100 – 200 g Mandeln oder Nüsse (gehackt oder gehobelt) zum Bestreuen

Zubereitung:

Aus 300 g weicher Butter, 50 g Hefe, 2½ dl Milch, 1 Ei, 1 Priese Salz, 2 EL Zucker und ca. 8 dl Mehl einen weichen Teig zubereiten.

Den Teig ausrollen, so dass man entweder eine lange Gebäckstange oder Plunderstücke daraus formen kann oder alternartiv kann man auch eine große Teig-Wurst zusammenrollen, die mit Zimt-Karamell (Remonce) gefüllt ist, und die (nach dem Zusammenrollen) zu Zimtschnecken zerschnitten wird.

Um die Gebäckstange zuzubereiten, tut man den Teig einfach auf ein eingefettetes Backblech, schmilzt für die Remonce 100 g Butter und Zucker, Vanille und Zimt und wenn dies zu einem Karamell zusammengekocht ist, dann gießt man es auf den Teig, garniert es mit gehackten Nüssen und faltet die beiden Seiten über, so dass die Gebäckstange nun mit Teig bedeckt ist und das Karamell eine Füllung ergibt. Bei 190 Grad backen, bis alles golden und noch nicht zu dunkel ist. Man muss aufpassen, wenn man das warme Wienebrød anfässt oder vom Blech nascht. Die Remonce wird nämlich sehr, sehr heiss.

Ein guter Grund, selbst zu backen

Heutzutage enthalten dänische Gebäckstangen und Kuchen, die man in einer dänischen Bäckerei kauft, leider sehr viele Chemikalien (E-Nummern) und Fettstoffe, die meiner Meinung nach nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Das ist nicht nur ungesund, sondern spiegelt sind natürlich auch im Geschmack wieder. Darum essen wir eigentlich nur selbstgebackenes Wienerbrød. Aber dann merkt man auch wieder, warum diese „Danish Pastries“ einst die Welt im Sturm erobert haben: Die originalen Rezepte sind wirklich lecker und die Grundidee ist einfach genial. Doch gute Zutaten sind das Wichtigste und machen den ganz großen Unterschied!

Viele Leute benutzen heutzutage Margarine beim Backen. Ich würde das nicht empfehlen, denn man schmeckt es immer durch. Butter ist nicht nur weitaus gesünder, sondern schmeckt auch viel besser.

Kuchen backen – wie in Dänemark

Wer gerne selbst bäckt und an weiteren Wienerbrød-Rezepten und an dänischen Kuchen interessiert ist, die bei uns zwar sehr typisch und beliebt sind, von denen aber nicht all zu viele über die Landesgrenzen bekannt sind, dem gefällt vielleicht das obige Buch: Kuchen backen wie in Dänemark.

Wir sind dazu durchs ganze Land gereist und haben die Kuchen da fotografiert, wo Hausfrauen und Mütter sie auf Schulbazaren und auf Dorffesten angeboten haben.

Bildmaterial:

alle Fotos: NVP-Verlag

Ausnahmen:

Schiffsbild, Landschaftsbild und Buffet: Kim Aabo Christensen

Krabbenbrottorte: http://icecook.blogspot.dk/2010/07/brauterta-icelandic-style-sandwich-loaf.html

Pflaumenbild: Pixabay

Wienerbrød mit Lavendel: Brigitte Tohm auf Pexels.com

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