Klatboller – Klatschbötchen

Das ist ein Rezept, das vor 20 Jahren erfunden wurde, als Sarah Sofia Granborg und Rhoda Winter an dem ersten Solkrogen-Buch schrieben.

Man hatte soeben entschieden, Rezepte, Gedichte, Zeichnungen und Photos mit in den Roman zu tun, damit er persönlicher und realistischer erschien und da kam Sarah Sofias jüngstes Kind auf die Idee, diese Brötchen “Klatschbrötchen” zu nennen und in der Küche fleissig mitzumischen.

Der Text stammt aus dem Buch und spielt auf das Chaos an, das man mit kleinen Kindern erleben kann, wenn man gerade in ein Handwerkerobjekt eingezogen ist, weil man so naiv war, dass man dachte, diese Herausforderung im Handumdrehen meistern zu können.

Man nehme einen großen Topf mit Deckel, fülle ihn mit 2 Tassen Wasser und erwärme das Ganze. Dann fülle man es mit ca. 1/2 l gesäuertem ökologischen Milchprodukt (z.B. Joghurt) auf und füge mehrere Esslöffel kaltgepresstes ökologisches Sonnenblumenöl hinzu (3-5 wären ideal). Wenn man eine Schwäche für Salz hat, kann man 4 Prisen Salz hinzufügen, aber ja nicht zu viel, da der Teig auch für die süßen Brötchen benutzt wird! Nun wird 1/2 Päckchen Hefe (Anfänger und Ungeduldige nehmen auf jeden Fall mindestens ein ganzes!) in der Flüssigkeit aufgelöst und endlich ist es Zeit, alles Mögliche reinzurühren!

Da schauen wir mal, was die Speisekammer so zu bieten hat! Heute finde ich eine Tasse Gerstenflocken und 1/2 Tasse Buchweizengrütze. Beides gebe ich zu der lauwarmen und unappetitlich aussehenden Brühe. Aber nun ja nicht verzweifeln und den Kopf hängen lassen! Es wird schon noch werden! Ein wenig (so ca. 1 kg) Kleber tut da Wunder! Also suche ich nach dem ökologischen Vollkornweizenmehl und nun kommt die Gymnastik für den ganzen Tag; die physische Überanstrengung, die einem hinterher die Frührente beantragen lässt: Ich suche mir einen kräftigen Esslöffel und rühre das Mehl langsam und gründlich in die Suppe, die sich nun (hoffentlich!) in einen schön gleichmäßigen und festen Teig verwandelt! Der Teig muss so fest sein, dass er sich zum Schluss eigentlich nur noch wenden lässt und muss etwas kleben. Durch das gründliche Durchrühren und das zugefügte Milchprodukt sollte er aber gleichzeitig auch locker geworden sein. (Man sollte sich nicht unbedingt auf Maßeinheiten festlegen. Es kann durchaus notwendig sein, mehr Mehl oder Flüssigkeit hinzuzufügen, um die erwünschte Konsistenz zu erhalten!)

Nun nichts wie Deckel drauf und ruhen lassen! Die Zimmertemperatur ist sehr wichtig! So ungefähr 30 Grad wären nicht schlecht. (Notfalls mit Hilfe des offenen Ofens die Küche aufheizen und ja die Familie weg scheuchen! Zug, verursacht, durch ständiges Türen knallen, mag unser kreativer Teig nämlich überhaupt nicht und geht demonstrativ ins Koma!) Nach 20 Minuten bis 2 Stunden (je nach Konsistenz, Temperatur und Hefe) sollte er wenigstens etwas aufgegangen sein. Große Ambitionen haben wir ja nicht, aber ein wenig Vergrößerung erwarten wir schon!

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, dem Namen des Teiges Ehre zu erweisen: Es darf nach Herzenslust geklatscht werden, und zwar löffelgroße Kleckse auf das Blech! Bei 200 bis 225 Grad je nach Klecksgröße und Ofen 15-30 Minuten backen.

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Rezept-Alternative für Konservative:

4 dl Wasser, 2,5 dl Joghurt, 15 g Salz, 1 Päckchen Hefe, 100 g hochwertiges Öl, 100 g Körner (Müsli, Sesam, Haferflocken oder Sonnenblumenkerne) und 950 g ökologisches Mehl vermischen, Teig kneten.

20 Min. gehen lassen. Dann Brötchen formen und 30 Min. oder länger gehen lassen. Im vorgewärmten Ofen ca. 15 Min. bei 200 bis 225 Grad backen.

Einfaches Pizza-Topping

1 geschälte Möhre, 3 Zwiebeln, 4 Stangen Bleichsellerie, 2 Paprikaschoten, etwas Zucchini, 3 El kaltgepresstes Olivenöl, Knoblauch und Oregano nach Geschmack,1 kleines Glas entsteinte Kalamata-Oliven und ca. 200 g Käse in die Küchenmaschine geben und so lange hacken, bis kein Mensch mehr erraten kann, was es ist. Dann 2-4 Dosen Tomatenpüree unterrühren und schon ist das Pizza-Topping fertig und kann auf die flachgedrückten Klatschbrötchen gekleistert werden.

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Toffee-apple-cakes

genügend ökologische Äpfel schälen (falls nötig von un-vegetarischen Bewohnern befreien) und in Scheiben schneiden. Toffeesauce aus 1/2 l Sahne,1El Zimt, etwas Salz, etwas Vanille und reichlich Zucker (so ca. 1-2. Tassen voll) kochen. Der Zucker muss sich aufgelöst und karamellisiert haben (schöne braune Farbe, aber bitte stetig rühren, denn es brennt leicht an!). Wer nun noch Zeit und Lust hat, kann, zum Spaß an der Freud, noch ein paar Mandelsplitter hinzufügen. Klatbollerdej in kleine Hügel auf dem Blech verteilen und mit den Apfelscheibchen flachdrücken. Dann mit der Toffeesauce garnieren. Hier ist zu erwähnen, dass die Toffeesauce leider die Eigenschaft hat, bei Wärme Reißaus zu nehmen. Sollte man dies als Problem auffassen, dann kann man dem entgegenwirken, indem man Mais-oder Kartoffelstärke der Sauce unterrührt.

Quelle:

Ein Jahr in Skandinavien (Solkrogen 1)

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