Ein Ausflug an die Westküste Schwedens – nach Mölle

Um es gleich vorneweg zu sagen: Schweden ist wunderschön und immer einen Besuch wert, egal, ob man den Norden, den Süden oder die Mitte des Landes besucht.

Man kann auch tatsächlich gut einen Ausflug nach Südschweden (Skåne/Schonen oder Småland) machen, wenn man im östlichen Teil Dänemarks (Falster und Seeland) Urlaub macht. Dann ist es durchaus ein realistischer Tagesausflug und man kann vor Mitternacht wieder zurück sein und bekommt somit die Fähre etwas billiger.

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Der nachfolgende Auszug stammt aus  Solkrogen 3 – Nordische Abenteuer

und berichtet von einem Ausflug an die Westküste Schwedens.

Der kleine Ort “Mölle” ist gar nicht so weit von der Fähre in Helsingør/Helsingborg entfernt und man ist eigentlich recht schnell da. So bekommt man auch probelmlos etwas von beiden Landesteilen – Skåne und Småland – zu sehen, obgleich Såland mehgr oder weniger erst hinter Markaryd anfängt. Doch das ist nicht weit von Mölle entfernt, liegt aber nicht an der Küste.

Solkrogen 3 - Nordische Abenteuer

Mehr über Schweden kann man auch hier erfahren: Leckeres aus Pippis Welt

und nun kommt er kurze Auszug aus dem Solkrogen-Buch, der aber sehr treffend beschreibt, wie schön es dort ist:

Leckeres aus Pippis Welt

Nun sah es aus, als hätten wir den richtigen Weg zum Leuchtturm gefunden. Der Weg führte durch die Hafenstadt “Mölle”. Jonathan erzählte, dass sie in vergangenen Zeiten ein Ferienort für die obere Klasse gewesen war. Wir fuhren an einem Ressort mit großem blankgeputzten Messingschild vorbei. Hier sah es teuer aus, nach Appartements des gehobenen Standards! Ein ungemütliches Gefühl beschlich mich. In der Umgebung solcher Menschen habe ich mich noch nie wohl gefühlt! Dort ist das eigene Wohl das Maß aller Dinge und ich empfinde eine solche Atmosphäre als äußerst unangenehm. Alles kann passieren und es ist allen egal, solange es nicht einen selbst betrifft. Was für eine Gesellschaft!

Bevor ich mich versah, hatten wir schon den kleinen Hafen verlassen. Die relativ schmale Straße schlängelte sich den Hügel hinauf. Auf der linken Seite war sie nur ganz knapp befestigt, zwei Reihen Steine aufeinander und das war es schon! Dahinter war der Abgrund und eine wundervolle Aussicht über das Meer in Richtung „dänische Nordküste“. Es erinnerte mich an die gewundenen Bergstraßen der süd-französischen Provence. Der Blick von Grasse über die Landschaft. Oder die schmalen Straßen der französisch-italienischen Alpen.

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Wir waren dabei, auch diese Passage zu verlassen und fuhren durch waldähnliches Terrain. Ein wenig glich diese Landschaft auch der Heide, so wie wir sie aus Lüneburg oder dem dänischen „Nordseeland“ kennen. Wenn ich es recht bedenke: ein merkwürdiger Mischmasch! Zu unserer Überraschung fanden wir uns neben einem Golfplatz wieder, der recht ungewöhnlich war. Die Natur war zweifellos der Hauptanreiz, hier zu spielen. Aufgrund des begrenzten Platzes schien er auch nur ein “9-Hole-Course” zu sein. Aber schön war es hier -wunderschön!

Weiter vorn lag ein Parkplatz. Von da aus konnte man nur zu Fuß weiterkommen, was wir auch taten. Hier und dort standen ein paar Warnschilder, dass man nicht zu dicht an die steile Felsküste herantreten sollte, da Absturz- und Einsturzgefahr! Nun, es gab keinen Grund, dies zu riskieren und wir stiegen stattdessen auf eine Felsklippe, die sich neben dem Leuchtturm erhob. Aber fast oben angelangt, wären wir vor Schreck beinahe heruntergeplumpst, als wir nämlich über den Rand schauten und mit einem dreistimmigen “Mäh” begrüßt wurden!

Hier lebten Gotlandschafe! Unfassbar, wie sie mit ihren dünnen schwarzen Beinchen die steile Böschung so leichtfertig hinunter liefen!

 

Von hier oben war die Aussicht phantastisch! Zu drei Seiten Wasser. Wir blickten über die Bucht “Skälderviken” (“-viken” bedeutet: “die Bucht”), hinüber zu der uns nördlich gelegenen “Bjäre”-Halbinsel (Bjärehalvön). Im Westen lag das endlose Meer, so weit das Auge reichte und südlich von uns Dänemark, mit dem Fischerdorf Gilleleje und den nordseeländischen Küstenorten Dronningmølle und Hornbæk.

Wir bewunderten den Leuchtturm von außen. Er wird von der Marine genutzt und daher besteht kein Zutritt. Daneben wohnt der Leuchtturmwärter, in einem, für Schweden so typischen, gelben Holzhaus mit weiß gestrichenen Sprossen-Fenstern. Nett war er auch und grüßte fröhlich.

 

Wir gingen weiter und die Schafe folgten uns, obwohl sie gleichzeitig auch Angst vor uns hatten. Das war in der Tat eine eigentümliche Mischung von Neugierde und verschreckter Zurückhaltung! Samt Schafen trotteten wir also zum äußersten Punkt von Kullen. Dort stand eine solide Holzbank, von einem Amerikaner oder Engländer gestiftet, dessen Lieblingsplatz es wohl einst gewesen war, wie ein kleines Schildchen verriet.

Von hier aus konnte man wundervoll in die Ferne blicken. In der Tat fiel es uns nicht schwer zu verstehen, warum jemand  diese Stelle zu seinem Lieblingsplatz machen würde! Man befand sich hier fast in einem meditativen Zustand. Die Natur so still und ursprünglich. Das Blau von Himmel und Meer wurde fast von der nun schon abendlichen Sonne verschluckt. Alles erschien nahezu unwirklich. – Zu pastellartig, zu nebelhaft zerstreut und beinahe verdampfend, obgleich es ein klarer und schöner Tag war… irgendwie surrealistisch! Man traute sich kaum zu atmen, war fast am Zweifeln, noch auf der Erde zu verweilen. Dies musste das Paradies sein, auf eine Art nicht existent und doch ewig zugleich! Die Zeit stand still, bei dem Blick gegen den westlichen Himmel. Ich erwartete jeden Moment, am Horizont eine alte Fregatte zu erspähen. Dieser Moment hätte genauso gut im 18. Jahrhundert stattfinden können, oder übermorgen oder vorgestern! Unberührte zeitlose Schönheit, so nahe, dass sie mich ganz umgab und dennoch so unberührbar weit entfernt! Das Gefühl der unantastbaren Ewigkeit, die dieser Platz ausstrahlte, war nun „mein“ geworden! Ich wollte es mit nach Hause nehmen und für immer bei mir haben, in meinem Herzen tragen… – obgleich ich wusste, dass solche Momente flüchtig sind und schon beim “mich-Umdrehen” anfangen würden, langsam zu verfliegen.

Mit einem verstohlenen Blick musterte ich meine Familie. Ob sie wohl genauso empfanden? Selbst die Kinder saßen ganz ruhig und andächtig da. Wenn das nicht alles sagte!

Obwohl… es gab noch einen weiteren Grund, still auf der Bank zu sitzen: Die Bank war mit Beschlägen versehen, welche im Felsen verankert waren. Das entsprach, wie mir jetzt klar wurde, der absoluten Notwendigkeit! Es war kein windiger Tag. In den Ebenen wehte nicht einmal ein leichtes Windchen und dennoch blies es hier oben so kräftig, dass wir Toulouse gut festhalten mussten, damit er nicht über die Klippe fiel!

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Wir warfen einen letzten Blick gen Süden, wo Mölle, samt Hafen, sichtbar waren. Ein interessantes Städtchen! Wir wollten es uns auf der Rückfahrt mal etwas näher anschauen.

Nach einem bescheidenen Picknick am Hang, neben dem Parkplatz, ging es zurück. Vorbei am Golfplatz, die kurvige kleine Bergstraße entlang und hinab zum Möllener Hafen. Ich sah zwei kleine Galerien, ein paar Geschäfte und vereinzelte Hotels im traditionellen Stil. Doch hauptsächlich herrschten in den schmalen hügeligen Gassen kleine Häuschen vor, die meisten wohl bürgerliche Ferienhäuser.

 

Unser Heimweg führte uns entlang Skånes Westküste. Ähnlich der Nordküste des dänischen „Seelands“, wohnten auch hier die Leute dicht an dicht, um ein Wassergrundstück erhaschen zu können. Manche Orte waren schöner, andere weniger schön. Wir fuhren am Schlosspark von Sofiero vorbei und waren bald darauf wieder in Helsingborg.

15 Minuten dauert die Überfahrt hier nur, dann ist man schon wieder im heimischen Dänemark. Dennoch wurde es spät und wir trafen wieder einmal nach Mitternacht in Solkrogen ein. Oliver war schon eingedöst, ließ uns aber trotzdem herein. Nach drei Tagen alleine, nur mit PC und bestem Freund, hatte er uns doch tatsächlich vermisst, der Gute!

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