Extreme körperliche Anstrengung und Ernährung

Der untere Text beschäftigt sich nicht nur mit einem sportlichen Ereignis in Dänemark, an dem alle teilnehmen können (auch Touristen), er beschäftigt sich ebenfalls damit, wie man den Körper während extremer körperlicher Anstrengung versorgen sollte. Ein paar Rezepte sind am Ende des Artikels auch mit dabei. Der Artikel ist ein Auszug aus dem Buch

Goldene Herbsttage auf dem Brombeerhof

und wurde ohne Bilder aus dem Buch wiedergegeben. Das gezeigte Foto stammt aus einem anderem Buch.

Wer mehr über Fahrradrennen, Fahrradruten oder Wanderwege im Süden Dänemarks wissen möchte, der kann unter visit lolland-falster schauen und dort das Wort “Fahrrad” oder “Wanderwege” einzgeben. Dann erhält man alle aktuellen Artikel, Fahrradruten, Wanderwege und Arrangements.

Goldene Herbsttage auf dem Brombeerhof

Was den aktuellen „Radel-Anlass“ betrifft, so ist es so, dass die Vogelfluglinie sich über unsere Region erstreckt und nicht weit von unserem Hof liegen die großen Brücken rüber nach Seeland. Im Westen ist das die „Storstrømsbro“ und im Osten „Farøbroen“, die eigentlich aus zwei Brücken besteht. Als sie errichtet wurde, war die „Storstrømsbro“ damals die größte Brücke auf der Welt. Heute ist sie das zwar schon lange nicht mehr, aber lang ist sie immer noch und die Aussicht ist auch immer noch eine Attraktion. Man fühlt sich ein bisschen, als ob man mit dem Schiff fährt. Früher ging der ganze Verkehr von Deutschland nach Nordskandinavien über diese Brücke. Da gab es auch noch keine Autobahn von Rødby Havn nach Kopenhagen. Heute ist alles freilich ganz anders. Die Landstraße wird nur noch für den örtlichen Straßenverkehr benutzt und alle kleinen Städtchen und Dörfer führen seither ein eher verschlafenes Dasein.

Anscheinend sind die Farøbrücken jetzt schon 30 Jahre alt und das wird mit einem Marathon gefeiert. Da das Ereignis aber für alle da sein soll, darf man dieses Jahr auch mit Rollerblades und mit den Fahrrad mitfahren. Die Distanzen sind in „Marathon“, „Halbmarathon“, „10 km“ und „5 km“ aufgeteilt.

Das Bezirksamt schickte uns rechtzeitig ein Blatt, dass alle Anwohner darüber informierte, welche Straßen an diesem Tage gesperrt werden würden und das waren eine ganze Menge! Wir waren mehr oder weniger für einen halben Tag eingesperrt gewesen. Doch, das machte nichts, man tat eben alles, was man zu tun hatte, vorher oder nachher. Es war eben ein wunderschönes Ereignis für die Region und für die Teilnehmer. Wann bekommt man sonst schon die großen Autobahnbrücken

als Fußgänger zu sehen? Das war schon ein ganz besonderes und vor allem auch beeindruckendes Ereignis!

Das Einzige, was ein bisschen blöde war, war das Wetter. Es war diesmal ein wenig zu stürmisch und zu regnerisch. Ansonsten pflegt das Wetter Anfang September eigentlich weitaus schöner und vor allem auch wesentlich milder zu sein.

Toll war übrigens, dass alle Teilnehmer eine Medaille bekamen. So etwas bedeutet den Leuten ja immer viel und da war es wunderschön, dass die Organisatoren daran gedacht hatten, keinen zu vergessen.

Gut war auch, dass unterwegs auch etwas Verpflegung angeboten wurde. Doch leider wurden die Stände zu schnell abgebaut, so dass die, die es am meisten brauchten, nichts mehr bekamen. Das war wirklich schade, denn es sind ja gerade die Teilnehmer, die den Schluss bilden, die es am meisten brauchen! Oftmals sind sie auch etwas älterer, manchmal sogar nicht so gut in Form, wie man es von einem Marathonläufer erwartet, und dann kann es schon passieren, dass der Kreislauf zusammenbricht oder sogar noch schlimmeres passiert und dann könnte gerade „der Schluck zu trinken“ oder „der Happen zu essen“ lebensrettend sein.

Viele Menschen sind sich gar nicht darüber im Klaren, wie empfindlich der menschliche Organismus sein kann. Man kann kerngesund und super-fit sein, aber wenn der Körper spontan und auf ungünstige Weise überbelastet wird, kann bei fast jedem Menschen eine extreme und völlig unerwartete Krise auftreten. Viel zu wenige können das richtig einschätzen.

Mir geht das Schicksal einer früheren Freundin einfach nicht aus dem Kopf, die einmal in einem Geschäft ohnmächtig wurde. Sie war dafür überhaupt nicht disponiert gewesen.

Und doch… ihr Mann ist Athlet und da man in der Familie an alle möglichen extremen Dinge gewöhnt war, hatte man ganz einfach vergessen, dass der Stoffwechsel nicht richtig funktionieren kann, wenn dem Körper nicht regelmäßig angemessene Mengen Brennstoff zugefügt werden. Das war alles. Als dann noch ein klein wenig Stress hinzu kam, lag sie eben am Boden und keiner konnte verstehen, warum, denn schließlich war sie weder übergewichtig, noch krank. Das war einfach nur spontane Belastung unter ungünstigen Umständen gewesen!

Und jetzt sind wir auch schon wieder beim Thema: Brennstoff für den Gaumen.

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Foto: Henriette Roberts

Wir sind generell bemüht, relativ gesund zu kochen, aber wenn wir Radfahrer zu Besuch haben oder Gäste, die physisch hart arbeiten müssen, dann sorgen wir natürlich dafür, dass die Ernährung so ausgewogen ist, dass man körperlich gut durchhalten kann.

Unter solchen Umständen kann man nicht einfach Weißbrot mit Marmelade als Frühstück servieren. Da müssen einfach genügend Nährstoffe im Essen sein, damit der Mensch leistungsfähig ist.

Früher bestand oft die Tendenz, Kalorien mit Nährstoffen zu verwechseln. Heute sind die Menschen glücklicherweise besser informiert. Doch zwischen Theorie und Praxis besteht immer noch eine große Kluft und ich denke, viele Menschen sind sich, selbst heute, noch nicht im Klaren darüber, wie ihr Körper unter plötzlicher extremer Belastung reagieren wird.

Nun gut, dazu sind wir ja da und wir sind natürlich bemüht, dem vorzubeugen und servieren dann einfach leckere Dinge, die unsere Gäste mit genügend Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und so vielem anderen versorgen und ermutigen sie dann auch, sich etwas für unterwegs einzustecken, damit sie etwas dabei haben, wenn der Blutzuckerspiegel und das Energieniveau „auf Null“ sinken.

Besonders praktisch sind zu diesem Zweck Trockenfrüchte, Nüsse/Mandeln und Orangen. Das Erste gibt schnell Energie und der Rest sorgt dafür, dass die Muskeln sich nicht zu sehr verkrampfen. Viele wissen nicht, wie wichtig Kalzium und Magnesium in diesem Zusammenhang sind. Man kann Cal-Mag nehmen oder eben auch Mandeln, Hasel- und Walnüsse und Orangen. Es ist aber wichtig, beides zusammen zu sich zu nehmen, damit nicht wieder Defiziten auftreten…

calmag-c.com/about-icmc/about-instant-calmag-c

Auch bestimmte vegetarische Aufstriche sind gut, denn sie versorgen den Körper nicht nur mit der richtigen Art von Energie, sondern enthalten auch wichtige Nährstoffe, die dafür sorgen, dass man leistungsfähig bleibt.

Hier sind zwei Beispiele:

Grünkern-Dinkel-Aufstrich

1 kg Möhren in reichlich Wasser kochen. Mit Bouillon, Knoblauch, Merian, Madeira, Zwiebelpulver und süßem Paprikapulver aufkochen.

Wenn die Möhren gar sind, sie mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken, ½-1 Liter Wasser und etwas Distelöl hinzufügen. Sobald dies am Kochen ist, Grünkern und Dinkel einstreuen und alles so lange kochen, bis die Kerne ganz aufgequollen und gar sind. Sollte noch Flüssigkeit vorhanden sein, mit Buchweizenmehl oder Vollkornreismehl verrühren und die Flüssigkeit wegkochen.

Schmeckt lecker zu Salat oder als Aufstrich auf Brot oder als Dip zu Crackern.

Linsen-Aufstrich

2 Tuben Tomatenmark mit 2 l Wasser aufkochen. Mit Salz, Knoblauch, Rosmarin, Thymian, etwas Rotwein und reichlich Olivenöl würzen. Rote Linsen in die heiße Suppe rühren und kochen, bis eine relativ dicke Masse entstanden ist.

Vollkornreismehl in den Linsenaufstrich rühren und so lange weiterköcheln, bis jegliche Flüssigkeit eingekocht ist.

Nach abkühlen im Kühlschrank aufbewahren. Hält sich mehrere Tage und schmeckt sowohl als Linsengericht, als auch als Aufstrich sehr gut.

Abends oder wenn unsere Gäste aus der Kälte wieder ins Haus gekommen sind, servieren wir gerne eine Gemüsesuppe. Die wärmt so wunderschön durch, ohne aber ein unangenehmes Völlegefühl zu geben. Kohlrabi gibt es in Dänemark kaum zu kaufen, da es eben ein deutsches Gemüse ist, das hier nur in alternativen Kreisen bekannt ist. Leider ist er deshalb schwer zu bekommen und wird meist auch holzig verkauft, da die Dänen gar nicht wissen, dass Kohlrabi normalerweise nicht holzig ist und dass man ihn nicht auswachsen lassen darf. Das ist natürlich mal wieder ein Grund für uns, südlich der Grenze einzukaufen. Während alle anderen immer Alkohol, Zigaretten und Süßigkeiten in den Grenzshops kaufen, tun wir das nie. Bei uns sind es eben eher ökologische Spezialitäten und viele andere gesunde Dinge, die es in Dänemark nicht so gibt und Kohlrabi gehört ganz bestimmt dazu!

Kohlrabisuppe

4 Kohlrabi schälen und in kleine Würfel schneiden. Das Kohlrabigrün abscheiden und nur das gute Grün verwenden, das noch noch einwandfrei aussieht. Das waschen und ebenfalls kleinschneiden.

Kohlrabi mit etwas Suppengrün, 4 Möhren und 2 kg Kartoffeln und reichlich Wasser zu einer Suppe mit Bouillon, Meersalz oder Kräutersalz kochen. Mit reichlich Butter würzen und das Gemüse stampfen.

Kohlrabisalat

4 Kohlrabiknollen schälen, die untere Mitte rausschneiden und fein raspeln.

Mit einem Dressing aus Djon-Senf, Zitronensaft, Olivenöl, Knoblauch, Meersalz, gehacktem Schnittlauch, Lauch und Petersilie würzen, gut verrühren und durchziehen lassen.

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