Eine selbstgebaute Küche mit Holz und Fliesenmosaik

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Um Geld zu sparen, habe ich meine neue Küche einfach selbstgebaut. Die Regale wudren aus Profil-Holzbrettern zusammengestellt, die wir einfach ineinander steckten.

Statt Schranktüren habe ich einfach blaue Blumenvorhänge genäht (siehe Foto oben).

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Als Spüle holte ich mir die billigste vom Baumarkt und Arbeitsplatte (wie Fußboden) wurden aus Fliesenscherben angefertigt, die ich mir gratis aus dem Abfallcontainer des Fliesenmarkts herausfischte.

Wie man so ein Fliesenmosaik legt, kann man ganz genau hier sehen:

Fliesenmosaik selbst verlegen

Fliesenmosaik selbst verlegt

Es ist aber überhaupt nicht schwer.

Für eine Arbeitsplatte oder für einen Fussboden aus Fliesenmosaik braucht man lediglich:

  • Fliesenkleber
  • eine schmale Kelle und einen Eimer zum Mischen
  • eine dreieckige Kelle zum auftragen
  • zerbrochene alte Fliesen
  • Fugenbreit (eine betonähnliche Masse zum Ausfüllen der Fugen, gibt’s als Pulver im Baumarkt)
  • Wasser zum Anrühren von Fliesenkleber und Fugenbreit
  • Schwamm, Eimer, Tücher und Wasser zum anschliessenden Säubern der Fliesen

Mit diesen Dingen kann man dann schon loslegen und auch als Amateur ein hübsches Resultat erreichen.

  • Zuerst trägt man den Fliesenkleber auf,
  • dann setzt man die Fliesenstückchen hinein,
  • passt auf, dass alles gerade ist und lässt es trocknen.
  • Am nächsten Tag verfugt man das Ganze und
  • am dritten Tag macht man es sauber.
  • Professionelle Fliesenleger machen das zwar in der Regel alles am selben Tag, doch da ich weitaus ungeübter bin, und es nur als Hobby mache, lasse ich es gründlich trocknen, damit nichts verrutscht. Das bedeutet dann allerdings, dass ich oft einen Spachtel brauche, um hartens, überschüssiges Fliesenbreit, das nur zwischen den Fliesen sein sollte, aber bei mir auch oft auf den Fliesen klebt, abzukratzen.
  • Sollte man Fliesen haben, die zu gross sind, würde der Fliesenleger eine Zange oder einen Fliesenschneider nehmen, um sie zu zerkleinern. Ich werfe sie aber oft auf den Boden, damit sie natürlicher brechen oder nehme einen Maurerhammer zur Hife, um die Kanten mehr präzise abzuberechen.
  • Man sollte aufpassen, dass man sich nicht verletzt. besonders bei den Augen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Es ist daher sinnvoll, eine geeignete Schutzbrille zu tragen.

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Das Resultat ist zwar keine Küche, wie sie ein professioneller Schreiner zimmern würde. Doch sie tut ihren Zweck und ist weitaus praktischer als man meinen sollte.

Auf einer solchen Fliesenmosaik-Oberfläche kann man nämlich gut heiße Töpfe abstellen und auch sonst ist sie recht robust.

So baut man die Arbeitsplatte

Man steckt Profilbretter aus dem Baumarkt zusammen und befestigt sie auf dem Unterschrank. Die so entstanden Vertiefungen sind praktisch, weil dann der Flisenkleber gut darauf hält und nichts wegrutscht. Es ist aber wichtig, dass das Holzgerüst unter der Platte so solide gebaut ist, dass sie weder durchhängt, noch zusammenbricht wenn man beispielsweise mal auf der Platte stehen sollte.

Dann einfach Fliesenkleber drauf*, Fliesen zu kleinen Stücken zerbrechen, einsetzen und schliesslich mit Fugenmasse verfugen und abwaschen und schon ist alles fertig und man hat eine ganze Küche, die sehr rustikal und originell wirkt, für sehr wenig Geld gebaut.

 

Quelle: Solkrogen 4 – Ein Jahr auf der Insel

Solkrogen 4 - Ein Jahr auf der Insel

*Manche benutzten vor dem Auftragen des Fliesenklebers noch einen Primer, der beispielsweise aus einer Gummimasse oder aus Akrylfarbe bestehen kann. So etwas bekommt man im Baumarkt. Die meisten Handwerker würden sagen, dass dies notwendig ist, um das Holz vor dem Wasser zu beschützen.

Theoretisch haben sie natürlich Recht. Doch in der Praxis habe ich als Frau, die tagtäglich solche Küchen benutzt, keinen Unterschied feststellen können. Meiner Erfahrung nach schützt der Primer nicht so viel mehr als wenn man ihn weglässt. Doch so etwas muss man selbst entscheiden.

Das Ganze ist sowieso eine recht untraditionelle Bauweise, die aber für uns im täglichen Leben sehr gut funktioniert hat, wohingegen gekaufte Einbauküchen schon recht bald kaputt gingen.

Ein weiterer Vorteil ist auch, dass so eine Küche natürlich ist und so gut wie keine Schadstoffe enthält, denn man benutzt ja nur Baumwolle für die Vorfhänge und richtiges Holz für’s Gerüst der Unterschränke und die Profilbretter. (Solche, wie man sie teilweise für Decken, teilweise für Fussböden nimmt. Man muss selbst entscheiden, wie dick sie sein müssen. Unsere waren Bretter, die von der Deckenverkleidung übrig geblieben waren.)

Das einzige Giftige sind Fliesenkleber und Fugenbreit und da halten sich die Schadstoffe in Grenzen und somit ist diese Küche nicht nur ausgesprochen preiswert und relativ schnell gebaut, sie ist auch sehr umweltfreundlich.

 

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