Ökostrom leicht gemacht

Fejø, Sonntag, 6. April 2014

Yves hat gerade was ganz Geniales gemacht! Ich hatte eigentlich schon von Anfang an nur alternative Energiequellen nehmen wollen. Doch ich hatte nicht sehen können, wie mir das, mit den bescheidenen Mitteln möglich sein könnte, über die ich nun mal verfügte. Also hatte ich stattdessen den Ofen installiert und das Ganze auf irgendwann mal verschoben.

Neulich kam Yves aber mit dem Argument, dass wir, wenn wir alternative Energiequellen nutzen würden, unser Unternehmen ökologisch führen konnten. Das würde uns einen klaren Vorteil auf dem Markt geben; wir würden eine größere Kundengruppe ansprechen und konnten auch einen etwas höheren Preis nehmen. Das Allerbeste daran würde aber sein, dass man all denen, die ihre unethischen Machenschaften mit Öl, Gas und Atomenergie finanzierten, voll und ganz den Wind aus den Segeln nahm.

Nun, das klang alles schön und gut. Das Problem war lediglich, dass ich mir all das schon hunderttausend mal durch den Kopf hatte gehen lassen und auch schon unendlich viele Broschüren, Prospekte, Bauanleitungen und Videos angesehen hatte und bislang keine Möglichkeit gefunden hatte, diese Sache risikofrei zu realisieren. Und das war eben genau das Problem mit meiner Situation: wenn man im Glashaus saß, konnte man nicht mit Steinen werfen. Es war wirklich äußert begrenzt, was ich mir leisten konnte und große Sprünge waren absolut nicht drin und langfristige Investitionen schon gar nicht.

Yves respektierte das, aber wollte trotzdem mal sehen, was es alles so auf dem Markt gab und suchte somit weltweit im Internet. Zunächst fand er einen amerikanischen Ingenieur, der einen interessanten Kursus verkaufte, in dem man lernte, wie man seine eigenen Solarkollektoren selber bauen konnte und dann die ganze Anlage hinterher selbst installierte. Das war alles sehr beeindruckend, nur meinte keiner der lokalen Handwerker, die wir zu diesem Thema intervieweten, dass wir wirklich in der Lage sein würden, das alles selber zu bauen, wenn wir keine Ingenieure wären. Das Gleiche mit Windmühlen. Es konnte anscheinend ganz leicht passieren, dass sich einer der Flügel lösen würde und dann sonst welchen Schaden anrichtete. Oder was war mit den Batterien? Hatten wir das Alles wirklich gut genug durchdacht? Nee, das hatten wir nicht! Oder was war Finanzierung des Ganzen? „Billiger“ war noch lange nicht „gratis“! Alles in allem waren wir schließlich zu dem Schluss gekommen, dass es sich zwar machen ließe, doch weitaus mehr Widmung erforderte, als wir bereit waren, da hinein zu stecken.

Trotzdem hatte Yves den Gedanken aber nicht ganz aufgegeben und immer noch mit allen möglichen Alternativen liebgeäugelt.

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Schließlich fand er im Internet eine Gruppe von Leuten, die sich zusammengeschlossen hatten, um die Benzinpreise herunterzupressen. Er war schon seit einiger Zeit dort Mitglied gewesen und es geschah eigentlich kaum etwas. Jedenfalls in Sachen „Benzinpreise“. Eines Tages hatten sie aber dann dieses Angebot von alternativen Energielieferanten an Land gezogen, der nicht nur einen weiteren Lieferanten ausmachte, sondern der auch tatsächlich nur Strom lieferte, der aus Windenergie gewonnen wurde. Noch dazu waren er etwas billiger, als die herkömmlichen Gesellschaften.

Jetzt sind wir also ganz und gar „alternativ”! Ich kann gar nicht glauben, dass wir das Problem nicht lösen konnten, als wir so viel Drama um die ganze Sache gemacht hatten und jetzt sollte es sich auf solch einfache und unkomplizierte Art einfach so fügen, ohne dass man überhaupt einen Finger zu rühren brauchte!

Das Leben ist manchmal schon ganz schön ironisch! Hätte wirklich nicht gedacht, dass es letztendlich so einfach sein würde, den großen internationalen Bösewichten das Handwerk zu legen! Wenn alles das täten, würden internationale geldgierige Bösewichte ganz schön blöd aus der Wäsche schauen. Über Nacht würde ihr Monopol zusammengefallen und sie mittellos dastehen. Kein 11. September mehr und keine Kriege mehr wegen Öl, Zucker, Batterien oder anderem Mist!

Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach und so unblutig sein könnte, Bösewichte auszuschalten! Man muss nur aufhören, sie zu unterstützen!

Quelle:

Solkrogen 6 – Zwischen Afrika und Skandinavien

Solkrogen 6: Zwischen Afrika und Skandinavien

One thought on “Ökostrom leicht gemacht

  1. Pingback: Leben in Dänemark: Was bedeuten die Wörter auf der Elektizitätsrechnung? – NVP – Der Skandinavien-Verlag

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