Eishotel, Jukkasjärvi und Kiruna

Es ist etwas ganz andres, einmal eine Nacht (oder vielleicht sogar mehrere) im Eishotel zu verbringen. Der Innenraum hat eine konstante Temperatur von ca. minus fünf Grad Celsius. Das ist nicht unbedingt etwas für jeden. Denn schließlich ist es eine sehr ungewohnte Situation für die meisten Menschen. Nicht jeder ist es gewohnt, in der Natur zu übernachten und bei solchen Temperaturen zu schlafen.

Auf der anderen Seite werden den Gästen aber auch Skianzüge angeboten und man schläft auf Rentierfellen. Soweit ich gehört habe, hat sich noch niemand beschwert, dass es zu kalt war. Es ist eben ein kleines Abenteuer, das alle „mächtig aufregend“ finden und im Grunde schläft es sich ja sowieso viel besser an der frischen Luft, als in beheizten Zimmern. Man muss sich nur warm halten.

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Die nachfolgenden Bilder sind alle vom Eishotel in Jukkersjärvi, welches, trotz des finnischen Namens, in Nordschweden und gar nicht so weit weg von Kiruna, liegt. Aber das ist eben Lappland. Daher also der exotische Name.

Soweit ich weiß, ist dieses Hotel das erste dieser Art gewesen. Das kleine Dorf Jukkasjärvi hatte damals Probleme gehabt, über die Runden zu kommen und so hatte man sich vor etlichen Jahren überlegt, was man tun könnte, um sich ein substantielles Einkommen zu verschaffen.

Schnee hatte man reichlich und andernorts boomte im Winter auch der Skitourismus, doch hier war das Land eher flach, also blieben die Touristen in den Nachbarorten.

Da kam man dann auf die Idee, ein Eishotel zu bauen.

Kiruna liegt an der westlichen Grenze Nordschwedens. Auf der anderen Seite ist Norwegen.

de.wikipedia.org/wiki/Kiruna

www.kirunalapland.se/en/About-Kiruna-Lappland/Brochures

www.kirunalapland.se/en

Jukkasjärvi

www.eishotel-schweden.de

www.nordic-holidays.de/de/269-1/ICEHOTEL-das-weltberuehmte-Eishotel-in-Schweden.aspx

Das skandinavische Weihnachtsfest_image82

Um es etwas spannender zu machen, lud man internationale Künstler ein, die fortan die Räumlichkeiten und die „Möbel“ spannend und einladend gestalteten. Auch eine Lightshow wurde schließlich Teil des Designs und Images.

Fairerweise sei auch erwähnt, dass alle Bilder in diesem Kapitel vor etlichen Jahren aufgenommen wurden und gegen Ende der Saison. Heutzutage erscheint das Hotel exklusiver und professioneller.

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Heute gibt es Eishotels an unterschiedlichen Orten der Welt. Man kann sie im Internet finden und dann auch nachfragen, ob sie über Weihnachten geöffnet sind.

Das skandinavische Weihnachtsfest_image84

Dass das Eishotel von Jukkersjärvi eine Kirche hat, liegt nicht nur daran, dass manche hier vielleicht Weihnachten feiern möchten, sondern hauptsächlich ist sie für Eheschließungen gedacht.

Die Bänke sind, wie auch die Betten in den Zimmern und die Sessel in der Lounge, mit Rentierfellen bedeckt, um die Gäste warmzuhalten. Wie schon erwähnt, kann man in der Rezeption Skianzüge leihen und man findet auch ein ganz normales Hotel dicht daneben, für den Fall, dass einem so viel Eis nach der ersten Nacht dann nun doch ein wenig zu kalt sein sollte…

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Da ich am Anfang Kiruna erwähnte… fast jeder, der Jukkasjärvi besucht, will in der Regel auch Kiruna besuchen. Besonders viel gibt es da leider nicht zu sehen, denn es ist lediglich eine kleine Stadt, die im Jahre 1900 aufgrund der dortigen Eisenmiene errichtet wurde. Außerhalb der Stadt sieht man die hohen Berge, die von diesem Erwerbszweig hinterlassen wurden.

Doch die Stadt ist ganz bestimmt nicht hässlich. Die Kirche wurde vor nicht all zu langer Zeit zum schönsten Gebäude Schwedens gekürt und auch das alte Rathaus ist ein ganz besonderes Gebäude. Ansonsten sieht man überwiegend Holzhäuser und ein Mini-Einkaufszentrum.

Die norwegische Grenze liegt nicht weit entfernt und da findet man eine wunderschöne Natur. Um Kiruna herum kann man zwar auch gut Skifahren, denn verschiedene Ferienorte sind ebenfalls nicht weit weg. Jedoch erinnert da alles eher an teure Resorts, als an das ländliche Skandinavien.

Was viele aber nicht wissen, ist der Umstand, dass die Stadt Kiruna nicht mehr lange dort verweilen wird, wo sie sich jetzt noch befindet. 90% des Eisens in unserem Teil der Welt kommt aus Kiruna. Das bedeutet, dass es sich hier um ein riesiges Bergbau-Unternehmen handelt, dessen Aktivitäten die Stadt so bedrohen, dass man sie entweder evakuieren muss, oder sie wird einstürzen.

Wie man im unteren Artikel lesen kann, wird die Stadt um 3 km verlegt werden:

jyllands-posten.dk/kultur/ECE7142237/Dødsdømt-svensk-by-flyttes-tre-kilometer

Interessant sind die österreichischen Artikel, die meinen, es seien 5 km:

derstandard.at/1276413638663

diepresse.com/home/panorama/welt/575506

Hier kann man einen deutschsprachigen Artikel finden, der die Situation recht gut erklärt:

www.umweltmigration.org/weltregionen/europa-und-grönland/schweden

In dem Bericht wird über die Folgen des Bergbaus geschrieben, welche u.a. auch “verlorenes Gefühl der Vertrautheit an einem Ort und zerstörte soziale Netzwerke” sind. Das kann man sehr gut nachvollziehen, wenn man dort war. Es hing wirklich eine recht merkwürdige Atmosphäre über der Stadt.

Während einige Leute gut von der Situation profitieren, verlieren andere ihr Hab und Gut und ihren gewohnten Lebensstil, ohne ausreichend dafür kompensiert zu werden.

Quelle: Das skandinavische Weihnachtsfest

Das skandinavische Weihnachtsfest

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