Weihnachten in Schweden

Bevor wir das schwedische Weihnachtsfest erklären, zuerst noch ein Buchtipp, um ein richtig uriges nordisches Weihnachtsererlebnis in die eigene gute Stube zu holen:

Wer mit dabei sein möchte, wenn eine Grossmutter die schwedische Weihnachtszeit mit ihren kleinen Enkelkindern erlebt, mag vielleicht in dieses Buch schauen:

Schwedische Weihnacht im Leuchtturm

Das Buch besteht aus 3 Teilen: Im ersten Teil befindet sich ein spannender Weihnachtsroman für Erwachsene, im dritten Teil ein weihnachtliches Kinderbuch und im zweiten Teil viele typische Rezepte, Bastelanleitungen und Aktivitäten.

Alles ist mit vielen Farbfotos sehr stimmungvoll illustriert.

Schwedische Weihnachten im Leuchtturm

So, und nun zur eigentlichen Erklärung des schwedischen Weihnahtsfestes:

Wieweit man in Schweden Schnee erwarten kann, hängt mit der generellen meteorologischen Situation zusammen, ob es ein warmes oder ein kaltes Jahr ist, und wie weit hoch in den Norden man fahren möchte.

Die beiden unteren Fotos zeigen die Höga Kusten-Gegend im Dezember. Es hatte uns schon sehr überrascht, dass man in dem Jahr dort nicht weitaus mehr eingeschneit gewesen war.

Högga Kusten

de.wikipedia.org/wiki/Höga_Kusten

Das skandinavische Weihnachtsfest_image24

In Schweden ist es eigentlich immer „vild romantisk“, wie wir hier, in Skandinavien, sagen. Die Landschaft ist so poetisch und das Land so weit gestreckt, dass einem nur weh ums Herz werden kann.

Glücklicherweise ist noch ein Großteil des Landes bewaldet, was einfach perfekt für einen idyllischen Urlaub ist. Auch ist das Land relativ gut zugänglich. Zwar gibt es im Norden kaum Straßen, doch die wenigen, die vorhanden sind, verbinden das Land sehr gut und dazwischen wohnt sowieso niemand; da liegt „Ødemarken“, das wilde, verlassene Land.

Wenn man Norwegen mit Schweden vergleicht, dann ist es so, dass es in Norwegen oft schwer ist, bestimmte Orte im Landesinneren oder an der Küste zu erreichen. Entweder gibt man sich mit mehr oder weniger guten Tunneln zufrieden oder man fliegt oder fährt mit dem Schiff. Autofahren kann hingegen zeitraubend und schwierig sein.

Schweden hingegen ist wesentlich leichter zu bereisen und man kann dieses riesige Land daher überraschend schnell erkunden und erforschen.

Das skandinavische Weihnachtsfest_image25

In Schweden geht es auch im Inneren des Hauses oft sehr romantisch zu. Astrid Lindgren und etliche andere haben ja viel getan, um die schwedische Gemütlichkeit und das schwedische Landleben in die gute Stube von uns allen zu bringen.

Ihre „Bullerby“-Bücher vermitteln beispielsweise die Weihnachtszeit ihrer Kindheit.

Bullerby – Bullerbü

www.spiegel.de/reise/fernweh/astrid-lindgrens-schweden-wo-liegen-bullerbue-und-loenneberga-a-831990.html

Selma Lagerlöf – Die Heilige Nacht:

kindergeschichten.wordpress.com/2009/10/25/1826

Selma Lagerlöf – Weihnachtsgeschichten:

www.zehn.de/weihnachtsgeschichten-von-selma-lagerloef-7790606-9

Das skandinavische Weihnachtsfest_image26

Fast jedes alte, schwedische Holzhaus hat, selbst heute noch, einen Kachelofen, der sowohl romantisch, als auch robust in der guten Stube thront.

In der Küche steht eine lange Holzbank und die Farben der Wände und Gardinen sind in blau-grünlichen Pastelltönen gehalten, welche mit weiß, gelb und rosa ergänzt werden. Oftmals werden dunkle kalte Farben als Kontrast dazu verwendet, wie man auf dem obigen Bild sehen kann.

Überall sind altmodische Möbel, Bilder und Gardinen, so dass man ganz das Gefühl bekommt, in der guten Stube der Oma zu sitzen.

In Norwegen und Finnland ist das ganz anders. Dort gibt es im Grunde keine solche niedlichen Holzhäuschen mit feinen Holzschnitzereien. Dort trifft man entweder auf robuste Holzhütten, die aus Stämmen gebaut wurden oder auf moderne Hütten und Häuschen, welche eher unter dem praktischen Aspekt errichtet wurden. Denn in diesen Ländern ist es weitgehend sehr kalt und somit steht das Praktische im Vordergrund. Die Häuser sind meist auch kleiner und ohne jegliche „Verschnörkelung“ gebaut.

Das skandinavische Weihnachtsfest_image27

Weihnachten wird in Schweden in der Vorweihnachtszeit eingeläutet. Genau, wie in Dänemark und Norwegen, ist das Anschalten der Lichter des öffentlichen Weihnachtsbaumes, der Startschuss für die Saison.

Eine weitere, Tradition die die meisten skandinavischen Länder teilen, sind Weihnachtswichtel. Hier sind sie aber ein wenig anders, als in Norwegen und Dänemark, denn in Schweden sind diese kleinen, rotmützigen Gestalten gleichzeitig für die Bescherung zuständig. Das erinnert dann wieder an die isländischen Bräuche.

Der Sage nach, werden die Menschen also bei ihren zahlreichen Weihnachtsvorbereitungen durch die Tomte unterstützt. Als Belohnung für deren Hilfe werden diese guten Hauswichtel am Weihnachtsabend dann mit dem traditionellen Milchbrei belohnt, der vor die Haustür gestellt wird.

Das ist auch wieder eine solche Tradition, die in anderen skandinavischen Ländern ebenfalls bewahrt, nur wird da der Reispudding auf den Dachboden oder in den Stall gestellt, weil man meint, dass die Wichtel dort wohnen.

Auch wenn die Tomte bis heute noch niemand gesehen hat, dürfen sie am Heiligen Abend nicht vergessen werden. Wer es versäumt, den Milchbrei vor die Tür zu stellen, wird im neuen Jahr mit Unglück bestraft. Natürlich – man hängt immer noch mal schnell ein klein wenig emotionale Erpressung und ein paar Drohungen mit dran, um eben sicherzustellen, dass eine Tradition oder Legende auf alle Ewigkeit überleben kann! Doch Gemütlichkeit verbreiten sie allemal und darum sind diese kleinen Kerlchen eben so beliebt, egal, ob es sich nun um schwedische Tomte, norwegische Trolde oder dänische Nisser handelt!

de.wikipedia.org/wiki/Nisse

en.wikipedia.org/wiki/Tomte

Das skandinavische Weihnachtsfest_image28

Stockholm, Source: Perter Häger, www.publicdomainpictures.net/view-image.php?image=14789

Für Bescherung ist in Schweden dann ein besonderer Tomte, nämlich der “Jultomte”, zuständig. Er ist der gute Weihnachtswichtel, der in der heimischen Scheune lebt und über die Familie wacht. Aber das variiert dann immer in den unterschiedlichen Gegenden und Familien. Manche gehen auch davon aus, dass gleich drei Kobolde, nämlich Tomtebisse, Tomte und Nisse, die Geschenke bringen. Auch klopft meist auch noch der Weihnachtsmann an die Tür, denn so viel internationaler Einfluss besteht heute nun mal in unserer globalisierten Welt!

Die Schweden haben aber auch ihren eigenen, offiziellen Weihnachtsmann! Wer dem schwedischen Weihnachtsmann schreiben möchte, kann das an folgende Adresse tun: Tomten/Santa Claus, S-Tomteboda 173 00 Sverige.

Bilder:

www.google.de/search?q=tomte+nisse&tbm=isch

Das skandinavische Weihnachtsfest_image29

Source: Yana Ray, www.publicdomainpictures.net/view-image.php?image=5734

Das Dalapferd hat seinen Namen von der Provinz Dalarna. Es ist eine aus Kiefernholz geschnitzte Figur, die meist rot gestrichen und verziert wird. Die Tradition reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Dieses Holzpferd entstand ursprünglich als Spielzeug in Waldarbeiterhütten und wurde nur mit einem Messer geschnitzt. Jedes Pferd ist ein Unikat und in der Regel noch von Hand geschnitzt und wird vorwiegend in der Gegend von Mora, Dalarna, hergestellt und gilt als das am Häufigsten verkaufte Souvenir Schwedens. In der Weihnachtszeit sind die Pferde besonders beliebt und bilden oft auch einen Teil der Weihnachtsdekoration.

de.wikipedia.org/wiki/Dalapferd

de.wikipedia.org/wiki/Dalarna

Typisch für Schweden ist auch der Julbok. Genaueres kann man hier unter “Skandinavien” nachlesen.

Das skandinavische Weihnachtsfest_image30

Source: Petr Kratochvil, www.publicdomainpictures.net/view-image.php?image=1975

Am Morgen des 24. Dezember ist es dann an der Zeit Weihnachtsbesuche, innerhalb der Familie, zu machen. Pünktlich um 15.00 Uhr sitzen aber alle vor dem Fernseher, da Donald Duck die Familie eine Stunde lang mit Zeichentrickfilmen unterhält. Das ist eine Weihnachtstradition, die auch so schwedisch ist, dass sie selbst ihre nordischen Brüder immer wieder fasziniert, dass eine Cartoon-Maus über Jahre hinweg die Schweden jedes Jahr wieder aufs Neue wieder fesselt und für 60 Minuten das ganze Land lahm legt!

Danach beginnt jede schwedische Familie ihre eigenen Festlichkeiten. Nach dem Festessen erfolgt die Bescherung. Anschließend wird in einer langen Schlange, mit fröhlichem Gesang, um den Baum und durch das ganze Haus getanzt. “Nu är det jul igen” (jetzt ist es wieder Weihnachten) wird dabei gesungen und natürlich auch viele andere Weihnachtslieder. Diese Tradition ist auch ähnlich, wie in anderen skandinavischen Ländern. Nur tanzt man da nicht gleich durch das ganze Haus, sondern lediglich um den Baum herum.

Nach alter Sitte bleiben in Schweden am Heiligabend sowohl Fenster, als auch Türen unverschlossen. So können Freunde oder Nachbarn kleine Geschenke in die Wohnung werfen. Dazu wird dann „Juleklapp! Juleklapp!“ gerufen.

In Schweden endet die Weihnachtszeit auch erst am 13. Januar (St.-Knut-Tag). Viele werfen dann einfach den Weihnachtsbaum aus dem Fenster.

de.wikipedia.org/wiki/St.-Knut-Tag

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Photograph: Kim Aabo Christensen

Höhepunkt des schwedischen Weihnachtsfest ist natürlich das Smörgåsbord, ein Buffet mit vielen unterschiedlichen (kalten und warmen) Speisen, wie beispielsweise eingelegtem Hering, Kartoffeln, Köttbuller (Fleischbällchen), Wurst, Rotkohl, Julskinka (Weihnachtsschinken), Rippchen, Lutefisk (Dörrfisch), Sülze, Janssons Frestelse (Janssons Versuchung, ein Gratin aus Kartoffelstäbchen und Hering (Rezept: unter “Skandinavien/Schweden” oben nachschauen), Stockfisch, Reispudding, Käse und Brot. Dazu werden Bier, Julmust (Kräuterlimonade, auch hier ist mehr unter “Skandinavien/Schweden” zu finden) und Schnaps serviert.

Glögg (Glühwein) wird vor und nach dem Essen (und natürlich in der Vorweihnachtszeit!) reichlich getrunken.

Quellen:

Das skandinavische Weihnachtsfest

Das skandinavische Weihnachtsfest

und

Die besten skandinavischen Weihnachtsrezepte: Teil 1: Smörgåsbord und 5 Menüs

Die besten skandinavischen Weihnachtsrezepte:, Teil 1: Smörgåsbord und 5 Menüs

In diesem Buch findet man sehr viele traditionelle, aber  auch neue, moderne, Rezepte.

Zusätzlich werden Traditionen und Bräuche erklärt.

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