Die Schwiegermutter kommt!

Der nachfolgende Text ist ein Auszug aus dem Buch Gute Ratschläge für Weihnachten

Gute Ratschläge für Weihnachten: Unkomplizierte Lösungsvorschläge für praktische und persönliche Feiertagsprobleme

PROBLEM: Die Schwiegermutter kommt!

VORSCHLAG:

Ja, die liebe Schwiegermutter! Darüber könnte man Bände schreiben, nicht wahr? Dabei ist es in der Regel nicht die Schwiegermutter selbst, die das Problem darstellt, sondern ihre Machtposition. Teilweise setzt sich diese aus dem Einfluss zusammen, den sie (noch) über ihren Sohn (oder über ihre Tochter) ausübt, teilweise ist es auch ihre generelle Stellung in der Familie und in der Gesellschaft schlechthin.

Beispielsweise wird eine mittellose Schwiegermutter, die aus ärmeren Verhältnissen stammt, als man selbst, selten so einflussreich sein, wie eine Schwiegermutter, die Teil einer sehr erfolgreichen Familie ist, es sei denn, sie hat das eigene Kind emotionell unter Kontrolle.

Zu beachten ist hier jedoch, dass der Erfolg nicht nur unter einem wirtschaftlichem Aspekt beurteilt werden kann.

Dominanz“ wäre hier, in diesem Zusammenhang, ein sehr gutes Synonym für „Erfolg“. Ein Mensch ist eben so erfolgreich im Leben, wie er es schafft, seine Umwelt zu dominieren.

Dieses „Kontrolle ausüben“ kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen und es braucht auch nicht immer nur negativ zu sein.

Eine Schwiegermutter, die so liebevoll und herzlich ist, dass jeder sie liebt und sich bei ihr geborgen fühlt, dominiert und kontrolliert ihre Umgebung in der Tat mehr, als jemand, der lediglich Geld, weltlichen Rang und Verbindungen hat.

Das liegt daran, dass die herzliche Person sich mit ihren guten Taten loyale Menschen erschafft, die ihr (fast) immer zur Seite stehen werden.

So gesehen sind die Begriffe „arm“ und „mittellos“ im Grunde als „ohne Rückendeckung“ oder „ohne Loyalität und Beistand von anderen“ zu interpretieren. „Arm“ lediglich als „Mangel an Geld und physischen Gütern“ zu sehen, ist hier fehl am Platze, denn es geht immer um das „Backing“ und den „Support“ anderer.

Das ist wirklich wie auf dem Aktienmarkt. Je mehr Vertrauen die Menschen in einem haben, desto mehr sind sie gewillt, einen zu unterstützen und genau das ist der springende Punkt in der Beziehung zu der gefürchteten Schwiegermutter:

– Wie viel „Backup“ (Unterstützung/Rückendeckung) hat sie und wie viel hat man selbst?

Die Sache wird darüber hinaus noch durch zwei Dinge erschwert:

– Was sind die Motivationen und Absichten beider Parteien?

– Welche Mittelchen ist man gewillt, anzuwenden, um seine eigene Position und das eigene Vorwärtskommen zu sichern?

Wenn alle ehrlich, offen und aufrichtig sind, dann wird es keine Probleme geben, denn dann können sich vermutlich nur Missverständnisse zwischen beide Parteien stellen und die kann man, wenn man einigermaßen zivilisiert ist und freundlich und liebevoll vorgeht, leicht aufklären und dann sind alle zufrieden.

Probleme entstehen jedoch, wenn dritte Parteien ebenfalls Interessen haben und diese womöglich im Konflikt dazu stehen, dass man sich mit der Schwiegermutter versteht und gut miteinander auskommt. Dann wird es zu Getratsche und zu Intrigen kommen, die die Macht der einen oder anderen Seite indirekt untergraben.

Schwiegermütter, die ihre Macht missbrauchen, stellen ein weiteres Problem dar. Dies geschieht oft aus eigenen Unsicherheiten oder weil man selbst sein Leben nicht optimal gestaltet.

Schwiegertöchter (oder -söhne), die ihrer Schwiegermutter keinen angemessenen Respekt erweisen, können ebenfalls ein Problem darstellen und so gibt es sehr viele Varianten, wo die eine oder andere Seite entscheidend dazu beiträgt, dass man nicht einfach sagen kann: „Schwamm drüber, vertragt euch einfach!“. Wenn es ein Problem mit der Schwiegermutter gibt, dann liegt in der Regel immer ein triftiger Grund dahinter.

Jetzt ist die Frage, ob man, selbst wenn man den Grund gefunden hat, dieses Problem überhaupt lösen kann.

Sie haben sich ein Buch mit Ratschlägen und Lösungsvorschlägen gekauft, also gehe ich davon aus, dass Sie gewillt sind, nach einer Lösung zu suchen. Aber wenn die andere Partei nicht gewillt ist, da mitzuziehen oder wenn eine dritte Partei noch irgendwo im Verborgenen ihr Gift versprüht, dann kann es sehr schwer, wenn nicht unmöglich sein, diese Situation zu bereinigen.

Natürlich sollte man zuerst immer prüfen, ob nicht lediglich ein paar Missverständnisse hinter den Unstimmigkeiten und Problemen liegen und versuchen, diese aufzuklären. Auch bahnen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft stets den Weg.

Aber wenn alle Anstrengungen nichts nützen und der gute Wille vergebens ist, dann muss man daraus die Konsequenzen ziehen und eben entscheiden, dass es hier nicht weiter geht und muss Maßnahmen ergreifen, um sich selbst und seine eigene (kleine) Familie zu beschützen.

Man muss dann u.a. dafür sorgen, dass die Schwiegermutter und andere, die auf ihrer Seite sind, nicht länger ihr Gift versprühen können. Dazu gehört u.a. dass man auch den Partner aufklärt, aber nicht aufhetzt. Das letztere ist sehr wichtig, denn man will ja schließlich nicht genauso tief sinken. Man sollte sich zu jeder Zeit seine Ehre und seine Würde bewahren und aufpassen, dass man sich nicht selbst die Hände schmutzig macht.

Leider wird man im Leben nie frei von ungerechten Angriffen sein und vieles wird auch hinterrücks und mit einer unfassbaren Bosheit ausgeführt. Dennoch ist es extrem wichtig, dass man selber nie so wird, wie die anderen, und allem zum Trotze fair und anständig handelt. Das Bewusstsein, dass man selbst ethisch und gut ist, wird nämlich das einzige sein, was einem beschützen wird und dafür sorgt, dass man nicht untergeht und sich trotzdem im Leben und in der eigenen Familie behaupten kann.

Was solche Schwiegereltern-Konstellationen und Weihnachten betrifft, so sollte man sich überlegen, wie weit man überhaupt zusammen feiern möchte. Wenn man den Kontakt nicht ganz abbrechen möchte, dann kann man sie nur kurz besuchen oder wenn sie weiter weg wohnen, sicher stellen, dass man wenigstens nicht bei ihnen übernachtet, sondern im Hotel wohnt.

Auch mit schwierigen Menschen kann man formell und höflich umgehen, ohne sich so weit breitschlagen zu lassen, dass sie einen umher schubsen und die Beziehung zum Partner dominieren. Man muss sich lediglich auf Distanz halten und freundlich sein, ohne irgendwelche Emotionen einspielen zu lassen. Man verhält sich einfach nur höflich und korrekt und lässt keinen weitere Verbindungen und Verwicklungen zu.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass alle Beziehungen am Anfang eine Menge Liebe, Widmung und Pflege brauchen. Wenn man sich anfangs mit der Schwiegermutter noch nicht ganz so gut versteht, kann es durchaus sein, dass man lediglich mehr Gemeinsamkeiten entdecken muss und der Beziehung eine Chance geben sollte, indem man beispielsweise unterschiedliche Dinge mit ihr unternimmt.

 

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