Warum die Wahrheit für viele eine heikle Sache ist

Der folgende Auszug stammt aus dem Buch Wie man Buchautor wird – ohne über den Tisch gezogen zu werden und setzt sich damit auseinander, warum die Wahrheit etwas ist, das nicht alle mögen und wie man damit umgehen kann.

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…Daher ist „die Wahrheit“ auch eine recht heikle Angelegenheit, mit der man leider ebenfalls aufpassen muss.

Wissenschaftler sehen sich beispielsweise oft im Dienste der Wahrheit, wenn sie uns mit Generalisierungen, Regeln und Gesetzen konfrontieren.

Doch wenn man wenn man beispielsweise die Berichte zweier Journalisten liest, die ein und dasselbe Ereignis beschreiben, wird man feststellen, dass beide Berichte bedeutende Variationen aufweisen.

Das liegt daran, dass unsere Beobachtung an unseren Standpunkt geknüpft ist und unsere Beobachtungsgabe an die Erfahrungen, die unsere Persönlichkeit ausmachen.

Somit können Generalisierungen, Bewertungen, Belehrungen und auch das Bestehen darauf, dass eine persönliche Überzeugung eine allgemein gültige Wahrheit ist, andere Menschen vor den Kopf stoßen.

Für Autoren kann das im Extremfall bedeuten, dass der Leser das Buch in die Ecke wirft und im Internet eine fiese Attacke unter dem Deckmäntelchen einer Rezension veröffentlicht.

Nun will ich Sie ganz bestimmt nicht davon abhalten, die Wahrheit zu sagen. Es wäre schrecklich, wenn man dies tun müsste.

Dennoch… denken Sie daran, wie man einen Sachverhalt am besten formulieren kann oder wie man der Allgemeinheit die Wahrheit am diplomatischsten beibringen kann, wenn Sie sicher gehen wollten, dass man Sie nicht hinterrücks überfällt.

Wir leben leider in einer Welt, in der barbarische Attacken jeglicher Art die Norm geworden sind.

Ob das Minoritäten (wie beispielsweise westliche Urvölker) sind, die im Internet so fertig gemacht werden, dass dies eine Selbstmordwelle auslöst, ob es ungerechtfertigte Unverschämtheiten sind, die als „Rezensionen“ veröffentlicht werden oder ob es um verbale Frechheiten, Unwahrheiten und um Gerüchte geht, die in Umlauf gebracht werden, als Autor oder als Photograf/Künstler ist man ungerechtfertigten Angriffen noch weitaus mehr ausgesetzt, als der Durchschnittsbürger.

Das liegt daran, dass man mit der Publikation oder mit der Ausstellung eines Werkes nicht nur eine Angriffsfläche bietet.

Da man im geistigen Bereich tätig ist und frei seine eigenen intellektuellen Kreationen weitergibt, ist nicht nur das Werk der Kritik und der potentiellen Vernichtung ausgesetzt, sondern auch die eigene (Lebens-)Anschauung und mit ihr all das, was die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht.

Daher mein Rat: Es steht viel auf dem Spiel. Beschützen Sie sich, indem Sie kaum eine Angriffsfläche bieten.

Dies erreicht man aber nicht, indem man den Mund hält, sondern indem man mit der Wahrheit so umgeht, dass sie niemanden verletzt.

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