Nachhaltigkeit – Tendenzen in Skandinavien 2018

Wenn man, wie ich, schon etwas älter ist und das ganze Leben lang ausgesprochen nachhaltig gelebt hat, und zwar zu dem Grad, dass man fast alles re- und upcykelt und kaum etwas Neues kauft, dann kann man schon manchmal die “guten alten Zeiten” vermissen.

Beispielsweise gab es in meinem Umkreis sehr viele Leute, die in den 70er Jahren alte Möbel und Kleidung upcykelt haben, obgleich es diese Wortschöpfung damals noch gar nicht gab. Das ergab teilweise sehr fantasievolle Schöpfungen, die viel anmutiger aussahen, als so manches, das man kaufen konnte und das verbreitete auch eine Atmosphäre, in der man sich ausgesprochen wohl fühlen konnte.

 

In den 80er Jahren wurde der Begriff “Suickbuilding Syndrome” bekannt und dann liess man nach und nach auch tatsächlich die eine oder andere schädliche Substanz weg, so dass man heutzutage beispielsweise nur noch Spanplatten ohne Formadehyd kaufen kann.

Vieles hat sich verbessert, aber irgendwie kam das Natürliche doch irgendwann wieder zu kurz und ganz besonders das Alternative blieb irgendwo auf der Strecke.

 

Obwohl… in den 90er Jahren wurde es dann noch mal wieder etwas grüner und die Alternativen zogen damals alle aufs Land, doch in den letzten 10 – 20 Jahren schienen lediglich Fortschritt und Internet angesagt zu sein und somit freut es mich ausserordentlich, das jetzt wieder viele nachhaltigere Tendenzen auftauchen.

 

Ostern Rezepte Ideen und Ostereierimage16

 

Neulich las ich in einer dänischen Zeitschrift, wie sich diese Tendenzen in diesem Jahr (2018) auswirken sollen:

1) VERBRAUCH

Man besinnt sich auf nachhaltige, “echte” Materialien, die sich recyceln lassen. “Gebraucht” ist modern, Patina und kreatives Verändern erleben eine Renaissance.

Man erkennt, dass eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden keine Wegwerfgesellschaft mehr sein kann.

 

2) ESSEN

Man geht zurück zu einem Bewusstsein, das auf die Verbindung zwischen Mensch und Erde fokussiert. Verschwendung von Lebensmitteln und Resourcen wird eingedämmt werden. Unterschiedliche Supermärkte und Organisationen setzen sich bereits seit 1 oder 2 Jahren dafür ein und es wird weitere Initiativen geben.

Schön wäre es, wenn Viele wieder zum Selbstversorgerprinzip zurückkehren würden. Selbst 12 Milliarden Menschen könnten sich auf unserem kleinen blauen Planeten nach diesem Prinzip ernähren und auf diese Art ein ausgefülltes, glückliches und nachhaltiges Leben führen.

Man muss es aber nicht ganz fanatisch machen, ein paar Äpfel im Garten, ein paar Kräuter auf der Fensterbank und Blumen von der Wiese, statt aus dem Geschäft, sind schon ein guter Anfang.

 

3) BAUEN und GÄRTNERN

Anders als in Deutschland, leben in Skandinavien viele Manschen im eigenen Haus. Das resultiert unter anderem in einem intimeren Verhältnis zur Natur, da jeder ja seine eigenen paar Quadratmeter Garten vor der Haustür hat, zu denen er sich irgendwie verhalten muss.

Glücklicherweise lebt der Durchschnittsskandinavier von je her recht natürlich. Düngen und der Verbrauch von Pestizidien halten sich in Grenzen und viele Gecshäfte verkaufen sie sogar gar nicht mehr. Man schätzt einen natürlichen Garten, denkt an Bienen und andere Insekten und muss nicht alles auf Reih und Glied aufgereiht anpflanzen. Skandinavische Gärten sind im grossen Ganzen eher natürlich. Diese Tendenz wird sich fortsetzen, solange Bildung und Information in diese Richtung gehen.

In Skandinavien wird immer noch viel renoviert und fast jeder macht das selbst. Die Tendenz geht dahin, dass Upcycling so populär wird, dass fast jeder es machen wird. Wir schmeissen keine alten Baumaterialien mer weg, wir integrieren sie in neue Häuser.

 

4) MODE

Wie in den 70er und 90er Jahren wird es wieder modern, selbstgestricke Pullover und dergleichen anzuziehen. Höchstwahrscheinlich gehen wir zum Prinzip “weniger ist mehr” zurück. Billigmode aus Fernost wird möglicherweise ein Tabu werden und man wird wieder Handgestricktes und Geschneidertes tragen und natürlich Sachen aus dem zweite-Hand-Laden.

Schon heute gibt es in kleineren Orten in Skandinavien mehr von diesen Lädchen als richtige Modeboutiquen.

Gutes Handwerk und Handarbeiten erleben eine Renaissance und die diese Waren können über Generationen hinweg halten. Sie sind auch ein Synonym für die skandinavische Hygge (Gemütlichkeit).

 

5) AUS GESELLSCHAFTLICHER SICHT

Stadtbewohner entdecken das Land, nehmen teil am Anbau unterschiedlicher Ernten und unterstützen Kleinbauern.

Mit Mikrokrediten und Fairtrade hilft man Bauern ausserhalb des Landes.

Im eigenen Land wird weniger Fleisch produziert. Gemüse, Obst und Fisch sind die bevorzugten Lebensmittel.

Man ist bemüht, mehr für einander da zu sein, wird weniger besitzen, mehr teilen und mehr recykeln.

Zunehmend viele Geschäftsideen sind Internet-basiert, was bedeutet, dass weniger physische Produkte prozudiert werden und weniger Müll anfällt.

 

Wer nach gerne re- oder upcycelt und nach Basteliddeen sucht oder gerne selbst renoviert, findet hier unterschiedliche Bücher, die anregungen geben.

 

Bildmaterial:

Pixabay

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s