Plastiktüten verboten

Solkrogen 6: Zwischen Afrika und Skandinavien

Da wir uns in einigen unserer Bücher mit dem Thema “Afrika” beschäftigen, suche ich natürlich oft nach interessanten Infos und Geschichten über diesen grossen und überaus interessanten Kontinent. Neulich fiel mir ein bemerkenswerter Artikel über Rwanda in die Hand, als ich alte Zeitschriften durchsah. Dieser Artikel berichtete über das kleine Land Rwanda, das  übrigens so gross wie Jütland ist, aber doppelt so viele Einwohner hat wie ganz Dänemark.

 

Wir alle erinnern uns an die schrecklichen Berichte aus den Nachrichten, als im Jahre 1994 eine Tragödie, die man wohl nur als Völkermord oder als etnische Säuberung beschreiben kann, 800.000 Menschen in nur 3 Monaten das Leben kostete.

 

Seitdem sind in Rwanda glücklicherweise ganz andere Dinge geschehen. Das Land hat es nicht nur geschafft, demokratisch und friedlich zu werden, man hat ebenfalls viel für die Umwelt getan, und das hat einen triftigen Grund:

Ende des letzten Jahrhunderts war die Umweltverschmutzung so gravierend, dass es unmöglich geworden war, Felder zu bewirtschaften.

Auch das Fischsterben war so verbreitet, dass an den Flussufern tote Fische lagen, deren Mägen mit Plastik gefüllt waren.

 

Im Jahre 2004 entschied man daher, monatlich einen nationalen Aufräumtag einzuführen (Umuganda).

2008 wurde ein Totalverbot gegen Plastiktüten und viele Plastikverpackungen ausgesprochen. Heute soll es genauso strafbar sein, Plastiktüten in das Land einzuführen wie Drogen.

 

Auf der positiven Seite hat das dazu geführt, dass das Land weitaus sauberer geworden ist, was nicht nbur für den Tourismus sehr fördernd ist.

Auf der anderen Seite kann man sich allerdings auch fragen, ob diese Art von extremer Strafandrohung und Verurteilung sinnvoll ist. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen unwissend und unschuldig in die Klemme geraten und dass die Durchschnittsbevölkerung, die sowieso schon in totaler Armmut lebt, womöglich noch schlechtere hygienische Bedingungen hat, als vorher.

 

Besser wäre da sicher eine gründliche Aufklärungskampagne mit einem Belohnungssystem gewesen und sinnvolle, aber nicht extreme (oder gar barbarische) Strafen. Eine sinnvolle Strafe wäre beispielsweise, wenn jemand, der die Natur verschmutzt, zunächst einen kleinen Kursus besuchen würde, der nur ein paar Stunden zu dauern braucht, und danach für einen vernünftigen Zeitraum zum Aufräumen oder zur Landschaftspflege angewiesen wird.

Auf einem solchen Mini-Kurs sollte man lernen, warum es schädlich ist, das Land zu verunreinigen und welche Vorteile es hat, aufzuräumen und zu recyceln.

 

Extreme Strafen sind zwar in Afrika (und auch anderswo) sehr verbreitet und können kurzfristig dazu führen, dass es so aussieht, als ob ein Problem gelöst ist, aber in Wirklichkeit erschaffen sie weitere Probleme und traumatisiert ein sowieso schon überaus traumatisiertes Volk nur noch weiter.

 

Will man etwas ändern, kann man über Drohungen und Strafen keine permanenten  Fortschritte herbeiführen, sondern lediglich über Information, Ausbildung und respektvollen Umgang miteinander. Das gilt selbstverständlich in allen Teilen der Welt.

 

In Kenia, wo einige Kapitel unserer Bücher spielen, werden monatlich 24 Millionen Plastiktüten verbraucht. In diesem Jahr (2018) mochte Kenia Rwandas Vorbild folgen und Plastiktüten enbenfalls verbieten. Auch die Elfenbeinküste, Tanzania, Ethiopien, Camerun und Uganda möchten diesem Beispiel folgen.

 

Unsere afrikanischen Kinder

Unsere afrikanischen Kinder

…ist ein Buch in dem die Bestrebungen des Samburu Stammes und der Pastoralist Child Foundation beschrieben werden, die Bedingungen in Massai Mara zu verbessern und unter anderem Kinderehen und Beschneidungen zu verhindern.

 

Solkrogen 10: Dänischer Winter und afrikanischer Besuch

SOLKROGEN – Dänischer Winter und afrikanbischer Besuch

Viele Solkrogenbücher beschäftigen sich teilweise mit Afrika, während sie das Leben in Skandinavien aus der Sicht einer sehr ungewöhnlichen Familie schildern.

 

Nachtrag

Da Zeit für Frühlingsputz und fürs Aufräumen ist, bin ich immer noch dabei, unterschiedliche Zeitungen durchzusehen und fand zum Thema “Plastiktüten” das Folgende in der dänischen Zeitung “Søndagsavisen”:

Dass Tragetaschen aus Plastik schlechter für die Umwelt sind, stimmt anscheinend nur wenn man eine Papiertüte mehr als 40 mal, eine normale Stofftasche aus Baumwolle 7.100 mal und eine Tasche, die aus bio-Baumwolle hergetellt wurde mehr als 20.000 mal benutzt. Stofftaschen belasten die Umwelt angeblich so extrem, weil die Herstellung von Baumwolle so viel Land, Wasser und andere Resourcen verschlingt. Diese Untersuchung wurde von DTU durchgeführt und vom Miljøstyrelsen (der dänischen Umwelbehörde) in Auftrag gegeben.

Dazu muss man aber auch definieren, was als “umweldfreundlich” und als “umweltbelastend” gilt. Auch wenn Plastiktüten mit weniger Resourcen hergestellt werden konnen, sie zerstören immer noch unsere Umwelt, wenn sie in der Natur landen.

Daher sollte man aufpassen, wie man sein Plastik entsorgt, nichts in den Ausguss oder ins Meer kommen lassen und vielleicht selbst eine eigene Einkaufstasche aus alten Stoffresten nähen.

 

Zum Thema “Plastikflaschen” befand sich in der gleichen Zeitung auch eine Notiz: Orb Media hat anscheinend 269 Plastikflaschen untersucht, die für stilles Wasser verwendet werden. In 242 von ihnen wurden Spuren von Mikroplastik gefunden.

Als Alternative kann man da beispielsweise Glasflaschen von Tomatensauce etc. im Geschirrspüler hygienisch auswaschen und sie immer wieder verwenden.

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