Dänische Milchprodukte: Was sind Ylette, Ymer und A38?

Wer ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung in Dänemark gebucht hat, fragt sich während seines ersten Besuches im Supermarkt meist, was die vielen komischen Namen auf den Milchprodukten zu bedeuten haben.

Eine DÄNEMARK-Rundreise 1 Teilimage126

Bei der Butter ist es noch ganz einfach, die heisst Smør und genauso wird das Wort auch ausgesprochen. An der Form kann man hier leicht erkennen, dass es sich um Butter handelt. Hinzu kommt, dass die gleiche Firma auch nach Deutschland exportiert.

 

Beim Käse wird das dann schon ein klein wenig schwieriger. Da steht nämlich Ost drauf und ausgesprochen wird es “oost”. Doch auch hier kann man, Dank der Beschaffenheit des Produktes, sofort unmissverständliche Schlüsse ziehen.

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Doch was ist mit all den viereckigen Kartons, die so anonym aussehen, obwohl sie alle an Milchpackungen erinnern? Warum gint es sie in so vielen unterschiedlichen Farben und Designs und warum variieren die Preise so sehr? So viele verschiedene Sorten Milch kann es doch gar nicht geben!

Tut es auch nicht, denn das Meiste davon sind gesäuerte (fementierte) Milchprodukte oder auch Sauermilcherzeugnisse. Was genau das alles bedeutet, was als Namen auf den Packungten angegeben ist, werde ich Ihnen gleich erklären. Doch zunächst ein paar Worte zur ganz normalen Milch:

Sødmælk ist die normale Vollmilch.

Økologisk steht für bio.

Uhomogeniseret bedeutet, dass die Milch nicht homogenisiert ist, oder in anderen Worten: der Fettgehalt wurde mechanisch nicht vermischt.

Pasteuriseret bedeutet, dass die Milch erhitzt (pasteurisiert) wurde. H-Milch gibt es bei uns aber so gut wie gar nicht, Rohmilch allerdings auch nicht, es sei denn, man kauft sie direkt beim Bauern.

Letmælk und Skummetmælk sind zwei Magermilchsorten, wo hingegen die Letmælk (leichte Milch) zwischen dem liegt, was man in Deutschland normalerweise wohl als Voll- und als Magermilch bezeichnen würde.

Inzwischen gibt es noch viele moderne Sorten, wie besonders gefilterte Milch und all so was, doch das Wichtige ist, dass man die 3 Grundtypen kennt.

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Quark (Kvarg) gibt es bei uns so in dem Sinne, wie man ihn in Deutschland kennt, eigentlich nicht. Man hat Magerquark, der oft aus deutschen Landen importiert ist und in der Regel sehr, sehr mager ist.

 

Beim Joghurt/Yoghurt lieben die Dänen es praktisch: Meist wird er in 1-Liter-Packungen verkauft. Es gibt gesüsste Sorten mit Fruchtzubereitungen und naturel – ein Joghurt ohne alles.

Auch wenn der Joghurt einfach aussieht, die meisten Sorten schmecken tatsächlich sehr gut – auch Sorten wie Kiwi mit Vanille oder Pære og Banan (Birne mit Banane) oder gar Appelsin (ein einfacher Orangenjoghurt, der überhaupt nicht bitter schmeckt, sondern durchaus für Kinder geeignet ist).

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Schwieriger wird es bei den anderen Sauermilchprodukten (syrnede Mælkeprodukter). Auf überraschend vielen Packungen sieht man die Bezeichnung A38. Was in aller Welt bedeutet das nur?

Das A steht für Andelsmejeri (Anteilsmeierei) und die 38 für das Jahr 1938.

Früher war es so, dass viele Bauern sich regional zusammengeschlossen hatten und eine Meierei gründeten, in der sie ihre Milch gemeinsam verarbeiteten. Damals brauchte man noch nicht dafür zu werben; die fertigen Produkte (Milch, Käse und Butter) wurden einfach an die Krämerläden der jeweiligen Region ausgeliefert.Die unterschiedlichen Bauern hatten Anteile in dem Meierei-Betrieb, die dem entsprachen, was sie lieferten. Später gingen einige dieser Betriebe Konkurs, andere wurden aufgekauft und die allergrössten unter ihnen wurden zu Aktiengesellschaften umgewandelt. Beispielsweise kennen wir alle die schwedische Firma Arla, die vor ein paar Jahren die wichtigsten Betriebe in Dänemark aufkaufte und jetzt ironischerweise unter einem Handelskrieg mit den USA zu leiden hat.

1938 war hingegen das Jahr, als man ein besonderes Dickmilch-Produkt lancierte, das gesunde Milchsäurebakterien enhält, die von da an für eine gesunde Ernährung und für eine gute Darmflora bekannt wurden. Seitdem ist A38 ein Klassiker, der allerdings heute ein geschützter Begriff ist, der dem Arla-Konzern gehört.

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Doch es gibt auch andere Produkte, die gesunde Milchbakterien enthalten. Man schaut unter Ingredienser nach. Wenn beispielsweise mælkesyrebakerier oder  L. acidophiluskultur drauf steht, ist man auf der richtigen Seite, auch wenn das Produkt vielleicht den Namen Tykmælk (Dickmilch, “Tückmälk” ausgesprochen) oder Ymer oder Ylette führt.

Das Wundervolle an diesen Milchprodukten mit den richtigen Milchsäurebakterien ist zum einen der Preis. Auch wenn sie uns auf den ersten Blick nicht ganz billig erscheinen, das liegt daran, dass sie meist in 1-Liter-Packungen verkauft werden. Daher sind sie, auf den Liter umgeriechnet, weitaus billiger als vergleichbare Produkte in Deutschland, England oder Frankreich. Auch werden sie in Dänemark überwiegend ungesüsst (naturel) verkauft. Das bedeutet, dass sie tatsächlich gesund sind und es nicht nur vortäuschen, wie viele der total übersüssten Zucker-und Chemie-Produkte.

A38, Tykmælk, Ylette und Ymer haben zudem noch zwei andere Merkmale, die von grossem Vorteil sind: Die Konsistenz des Produktes eignet sich hervorragend für Desserts, Dressings, Saucen und vieles mehr.

Und dann ist der Geschmack auch sehr delikat. Das hat bei uns in der Familie dafür gesorgt, dass wir kaum noch Joghurt oder Sahne benutzen. Zwar schmeckt beides auch sehr gut, doch die Produkte mit den richtigen Milchsäurebakterien sind vielseitiger und somit hat man eigentlich immer etwas im Haus, egal ob man nun was Süsses, was Saures oder was Salziges zubereiten möchte.

Doch das Beste daran ist mit Sicherheit, was dieses Produkt für die Gesundheit tut. Während die Mensxchen nin den USA Milchsäurebakterien als teuere Pillen schlucken und man in Europa grässlich schmeckende ultra-süsse Pampe trinken muss, schmecken die dänischen Sauermilchprodukte wirklich lecker, während sie einem einfach nebenbei helfen, gesund zu leben.

 

Im Jahre 1937 wurde Ymer erfunden. Das ist ein dänisches Sauermilcherzeugnis, das Joghurt ähnelt, aber weitaus cremiger in der Konsistenz ist und mehr Protein enthält, da dem Produkt die Molke entzogen wird. Es hat 3% Fett und ist, meiner Meinung nach, das vielseitigste Produkt unter den Sauermilcherzeugnissen, die die richtigen Milchsäurebakterien enthalten.

Mehr kann man hier lesen:

Ymer (Milchprodukt)

Namensgebung: (Ymir)

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In den 70er Jahren kam dann noch Ylette hinzu. Das ist die leichtere Ausgabe des Produktes, mit nur 1.5% Fett. Dieses Milchprodukt ist weitaus dünnflüssiger und somit weniger vielseitig. Meist wird es, wie Tykmælk, zusammen mit Morgenmadsprodukter (Frühstücksprodukten/Zerealien) gegessen.

 

Zur Aussprache sei noch gesagt, dass Ymer “Ümer” augesprochen wird, Ylette heisst einfach “Ülett”, doch A38 ist schon weitaus schwieriger: Obgleich 38 “ottetredive” geschrieben wird, spricht man es “odetralve” aus. Man sagt also: “Ä-odetralve”, wenn man A38 meint.

 

Bildmaterial:

1. Foto: NVP-Verlag

alle anderen Fotos: Pexels.com

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