Gewerkschaften und Arbeitslosheitskassen (Fagforeninger og A-Kasserne) in Dänemark

Wer in Dänemark arbeiten möchte, muss sich zwangsläufig mit dieser Regelung auseinandersetzen, zumindest wenn er beabsichtigt, länger im Land zu leben.

Es gibt, soweit mir bekannt, keine Pflicht, irgendwo organisiert zu sein. Ist man nur auf Zeit im Land und hat lediglich ein paar Stunden hier und da, dann ist es vermutlich auch nicht sinnvoll, sich bei einer Gewerksachft oder A-Kasse anzumelden.

Wenn man jedoch fest in Dänemark wohnt und mit dem Gehalt über einen längeren Zeitraum hinweg die Familie versorgen muss, gibt es in der Regel genügend Gründe, eine Mitgliedschaft zu erwägen.

 

Zum einen kämpfen die Gewerkschaften wirklich dafür, dass der Arbeitnehmer nicht völlig mittellos dasteht. Ganz besonders in Zeiten der Globalisierung ist es wichtiger denn je, zusammenzuhalten und dafür zu sorgen, dass das Volk in Dänemark nicht völlig zu Sklaven degradiert wird. Und ich schreibe das, obwohl ich ganz bestimmt nicht zu den Linken gehöre, sondern politisch eher konservativ bin. Schliesslich bin ich auch selbständig. Ich kann den Konflikt also von beiden Seiten aus sehen. Persönlich liegt mir nicht daran, dass der eine oder der andere gewinnt; ich will lediglich, dass alle friedlich miteinander leben können, ohne dass jemand Not leiden muss oder unfair behandelt wird.

In den letzten Jahren hat sich immer wieder gezeigt, wie wichtig es ist, Mitglied einer Gewerkschaft zu sein, denn dadurch hat man in der Regel auch einen rechlichen Schutz, wenn einem am Arbeitsplatz Ungerechtigkeiten widerfahren. Nie haẗte ich gedacht, wie wichtig so etwas sein sollte! Ich war so naiv gewesen, dass ich davon ausgegangen war, dass man, wenn man sich selbst nichts zu schulden kommen liess, auch damit rechnen konnte, fair behandelt zu werden. Dass dem nicht so ist, haben wir im Laufe der Jahre leider nur all zu oft erfahren müssen. In solchen Situationen ist der einzige Schutz, den man hat, die Gewerkschaft (Fagforening). Daher würde ich den meisten Menschen empfehlen, dort organiseirt zu sein und gleichzeitig auch eine A-Kasse-Versicherung zu wählen. Auch wenn diese heutzutage nicht mehr endlos zahlt, wie es früher der Fall war, es hilft den meisten Menschen eben doch, die Arbeitslosigkeit soweit zu überbrücken, bis sie wieder Arbeit gefunden haben.

 

Leider ist es in den letzten 15 Jahren so geworden, dass keine Jobs mehr sicher sind. Alles und jeder rotiert auf dem Arbeitsmarkt und die alten Stukturen sind mehr oder weniger aufgelöst.

Die Tendenz geht dahin, dass der Arbeitnehmer zum Zeitarbeiter degradiert wird, der nur noch für Projekte angeheuert wird. In der Wissenschaft ist das ja sowieso schon längst eine Realität, dass man nur all zu oft dafür selbst dafür Sorgen muss, dass das Projekt weiterläuft oder dass überhaupt Fördermittel fliessen!

Unsere Wirtschaft geht immer mehr in diese Richtung. Ganz aufhalten können wir die Globalisierung nicht, doch zumindest ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer nicht unschuldig in Not gerät.

 

In Dänemark ging es gerade hoch her, als die staatlichen Angestellten ihre Arbeitsbedingungen neu verhandeln mussten und ganz entschieden ist noch nichts. Aber das hat wieder einmal gezeigt, dass wenn nicht alle zusammengehalten hätten, katastrophale Dinge geschehen wären. Darum kann man das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es geht letztendlich um das Schicksal aller im Lande, die keine Arbeitgeber oder Investoren sind.

 

Um sich bei einer Fagforening/Fagforbund anzumelden, muss man erst prüfen, welche Gewerkschaft dafür infrage kommt. Oftmals kann man das in der Firma selbst herausfinden. Eine gute Idee ist immer, eventuelle Kollegen nach ihren Erfahrungen zu fragen.

Dann ruft man diese (oder mehrere) an oder schaut im Internetr, was sie zu bieten haben und wie es mit einem eventuellen Rechtsbeistand und mit der A-Kasse aussieht.

Es ist für die Meisten von Vorteil, bei beidem (A-Kasse + Fagforening) Mitglied zu werden. Doch jeder Fall ist natürlich anders und man sollte stets individuell entscheiden.

Zunächst wird einem der Betrag, den man monatlich für beide Mitgliedschaften entrichten muss, sehr hoch erscheinen. Jedoch kann man dies von der Steuer absetzen.

Und jetzt sind wir beim nächsten Thema angelangt: Es ist auch sehr wichtig, die eigene Steuererklärung auszufüllen, denn in der Regel bekommt man da etwas zurück!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s