Jens Juel

Die Werke des dänischen Maler Jens Juel (1745-1802) gehören zu den feinsten Werken seiner Zeit. Er war unter anderem ein hochbegabter und gefeierter Portraitmaler, der sowohl Mitglieder der dänischen Familie, als auch andere bedeutende Persönlichkeiten, hierunter viele Aristokraten, portraitierte.

Aber auch Landschaften waren etwas, das er auf eine wundervolle Art auf der Leinwand verewigte, die charakteristisch für das dänische Goldalter (det danske guldalder) werden sollte.

 

Geboren wurde er in Balslev auf der Insel Fünen, die damals sehr idyllisch und abgeschnitten, aber dennoch im Herzen des dänischen Königreiches, gelegen war. Bereits sehr früh zeigte er ein ausgeprägtes Interesse an der Kunstmalerei. Nach seiner Konfirmation kam er daher in Hamburg bei dem Maler Johann Michael Gehrman in die Lehre.

Anfanf 20 zog es ihn nach Kopenhagen, wo er an der Königlichen Dänischen  Kunstakademie (Det Kongelige Danske Kunstakademi) studierte.

 

1772 verliess er für 8 Jahre Kopenhagen und die Kunstakademie. Zunächst ging die Reise nach Rom, wo er mit anderen dänischen Künstlern zusammen lebte und arbeitete.

Nach Paris kam er womöglich, weil dies damals die einflussreichste Stadt für Portaitmaler war.

1777 führte ihn sein Weg nach Genf, wo er 2 Jahre bei seinem Freund, dem Naturwissenschaftler Charles Bonnet, blieb, bei dem andere dänische Künstler ebenfalls ein- und ausgingen. Hier erabeitete Juel sich einen soliden Ruf als Portraitmaler.

 

Da Bonnet ein Ehrenmitglied der Kopenhagener Akademie war, half er, Juels schweizer Anerkennung in Dänemark zu verkündigen und zu verbreiten. Als Juel 1780 nach Kopenhagen zurückkehrte, war es ihm somit möglich, für den Adel und die wohlhabende Bürgerschaft zu arbeiten.

Er wurde zum Hofmaler ernannt, 1782 zum Mitglied der Akademie und 1784 fand er eine Anstellung bei der Modellschule der Akademie.

1786 trat er die Nachfolgerstelle des Professors Johan Mandelberg an. In den Jahren 1795 bis 1797 und 1799 bis zu seinem Tod im Jahre 1802 war Jens Juel Direktor der Kunstakademie.

 

Obgleich das dänische Goldalter erst Anfang des 19. Jahrhunderts über seine Grenzen hinweg bekannt und geschätzt wurde, war Juel bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Landschaftsmaler, der mit seinen natürlichen, romatisch-stimmungsvollen Interpretationen der dänischen Landschaft charaktervolle Werke erschuf, die entscheidend dazu beitrugen, dieses neue Zeitalter einzuläuten, in dem das weiche nordische Licht in der Malerei einen starken Farbkontrast zulässt, der den Betrachter so anhaltend betört.

Dazu beigetragen haben unter anderem sicher seine Kindheit auf der Insel Fünen, die mit einer poetischen Landschaft gesegnet ist, und auf der er manch eine stimmungsvolle Naturscene erlebt haben muss, die einen künstlerisch begabten Menschen keine Ruhe mehr lässt, bis er versucht hat, sie zu verewigen.

Einflüsse kamen aber auch über seine Gattin, Rosine Dørschel, die die Tochter des verstorbenen Schlossgärtners auf Rosenborg, Christoffer Dørschel, war.

 

Seine Auslandsreisen und Studien hingegen verliehen ihm nicht nur eine solide handwerklichge Ausbildung, sondern auch einen ausgeprägten Sinn für künstlerische Feinheiten, die er auf elegante Weise durch die Auswahl und des Arbeitens mit Materialien und Farbkompositionen zum Ausdruck brachte. Aber auch kontemporäre Tendenzen haben ihn nicht nur selbst beeinflusst. Dadurch, dass er sie vor allem in seine Portraits integriert, wurde er zum Wegbereiter anderer Künstler – unter anderem auch indem seine Kunst einen Sinn für soziales Bewusstsein und einen freieren Selbstausdruck proklamierte.

Dass seine Portraits so beliebt waren lag aber vermutlich nicht daran, sondern an dem Umstand, dass er zum Einen die richtigen Beziehungen hatte, den Umgang mit dem adligen Klientenkreis gewohnt war, und vorall aber auch wusste, wie man dem modellsitzenden Klienten mit freundlichen Pinselstrichen schmeichelte. Zusammen mit den Erfahrungen, die er in der Landschaftsmalerei gesammelt hatte, wurde dies eine im künstlerischen Sinne so geschätzte Fähigkeit, dass er mehrere Assistenten beschäftigen musste, um der Nachfrage gerecht zu werden. Heute scheint es allerdings nicht mehr möglich zu sein, herauszufinden, wieweit diese ihm tatsächlich behilflich waren.

 

Zu Juels deutschen Schülern gehörte auch Caspar David Friedrich, was in den Bildern beider Maler sehr offensichtlich ist. Friedrich sollte der Maler werden, der den dänischen Guldalder-Stil über seine Grenzen hinweg bekannt machte.

 

Jens Juels Selbstportrait wurde 1972 auf eine 100-Banknoten-Serie gedruckt, die um 1999 auslief.

Mehr kann man hier über ihn und seine Werkie erfahren:

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