Bertel Thorvaldsen

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Der Bildhauer Bertel Thorvaldsen ist jemand, um den man nicht herum kommt, wenn man in Dänemark wohnt oder aber auch nur Kopenhagen oder gar dem kleinen südseeländischen Hafenstädtchen Præstø einen Besuch abstattet.

 

Besichtigt man die Kopenhagener Innenstadt oder macht vielleicht sogar eine Kanalrundfahrt mit einem dieser Boote, die so aussehen, wie auf dem Foto oben, fällt einem unweigerlich das Thorvaldsen-Museum ins Auge, denn es ist von architektonischen Stil her ganz anders als alle anderen Gebäude.

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Um nach Præstø zu kommen, muss man schon den Mut haben, sich ein wenig auf das dänische Landleben einzulassen. Ist man ansonsten nur das Stadtleben gewohnt, kann einem das kleine verträumte Städtchen an einem schönen Sommertag schon etwas verwegen und vor allem ganz schön abgelegen vorkommen.

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Ausserhalb von Præstø trifft man auf das wilde Land. Früher war das ganz extrem. Obgleich Præstø mit dem Auto in weniger als 1½ Stunden zu erreichen ist, nimmt man den Bus oder gar die Bahn, wird der kleine Abstecher schnell zu einer Tagesreise.

 

Etwas ausserhalb von Præstø liegt Nysø, ein Gut, auf dem sich ein weiteres Thorvaldsen-Museum befindet.

Als Thorvaldsen nach mehr als 40 Jahren in Rom als älterer Herr nach Dänemark zurückkehrte, wurde ihm das Kopenhagener Stadtleben und der Rummel um seine Person letztendlich zu viel. Da bat der dänische König Baron Stampe und seine Gattin Christine, sich seiner anzunehmen. Aus einem kurzweiligen Besuch auf Nysø wurden sechs Jahre, die er mit der Familie Stampe zusammen auf dem Gut verbrachte. Dort erschuf er eine Reihe seiner letzten Werke, von denen man einige in dem kleinen Museum sehen kann.

Dort sind hauptsächlich Skizzen und Tonformen, aber auch Reliefs und vereinzelte Skulpturen ausgestellt.

 

Darauf aufmerksam wurde ich unter anderem durch eine zeitgenössische dänische Künstlerin, die sich dort Inspiration für ihre eigen Arbeiten geholt hatte und mir ebenfalls riet, das Museum zu besuchen.

Thorvaldsen (1810), gemalt von Rudolph Suhrlandt
Wer war dieser überaus beliebte dänisch-isländische Bildhauer, der am 19. November 1770 in Kopenhagen geboren wurde?

 

Nun, vor allem gilt er als einer der relevantesten Künstler des Goldenen Zeitalters in Dänemark (Det danske guldalder).

Er kam allerdings aus einem bescheidenen, wenn nicht vielleicht sogar recht armen Zuhause, da der Vater Gottskálk Þorvaldsson ein isländischer Holzschnitzer war, der versuchte, seine kleine Familie mit Schnitzarbeiten über Wasser zu halten, die auf einer Kopenhagener Warft ausführte. Seine Mutter war Karen Dagnes aus Jütland.

Obgleich es Quellen gibt, die sein Zuhause weniger positiv beschreiben, der Historiker Louis Bobé sieht das anders und mir erscheint das glaubwürdig, da es so aussieht, als habe sein Elternhaus ihn bereits in jungen Jahren gefördert und somit seine spätere Karriere möglich gemacht. So konnte Thorvaldsen schon im zarten Alter von 11 Jahren auf Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen anfangen.

Nachdem er auf die Modellschule der Akademie gewechselt hatte und schliesslich anfing, selbständig zu arbeiten, gewann er unterschiedliche Preise und konnte wichtige Beziehungen knüpfen. Unter anderem wurde der Minister Graf Christian Ditlev Reventlow auf ihn aufmerksam und verschaffte ihm die nötigen finanziellen Mittel zur Fortsetzung des Studiums.

1793 bis 1796 erteilte er privaten Zeichenunterricht und vollendete mehrere Statuen für das Palais des Erbprinzen Frederik auf Schloss Amalienborg. Außerdem entstanden in dieser Zeit unter anderem Büsten des Politikers Graf Andreas Peter von Bernstorff und des Schriftstellers Tyge Rothe.

1796 trat Thorvaldsen zu Schiff eine Reise nach Rom an, die über Palermo und Neapel ging. In Rom sollte er letztendlich mehr oder weniger vier Jahrzehnte leben und künstlerisch tatig sein. Er nannte sich dort „Sculptore Alberto“.

Schon recht bald machte er die Bekanntschaft des Archäologen Georg Zoëga, der ihn beim Studium der Antike unterstützte. Auch der Maler Asmus Jacob Carstens unterstützte Thorvaldsen am Anfang. Viele Kontakte, Aufträge und Reisen sollten folgen.

1842 kehrte Thorvaldsen ein letztes Mal nach Kopenhagen zurück.

Am 24. März 1844 brach Thorvaldsen während einer Theatervorstellung in Kopenhagen zusammen und starb an einem Herzinfarkt.

 

Mehr kann man hier lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bertel_Thorvaldsen

https://de.wikipedia.org/wiki/Thorvaldsen-Museum

Katalog (PDF) Thorvaldsen Sammlung auf Nysø

 

Bildmaterial:

1. Foto: Pexels.com

2. und 3. Foto: NVP-Verlag

4. Foto: Bild-LIzenz: https://da.wikipedia.org/wiki/Bertel_Thorvaldsen

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