Kanu in Dänemark leihen: im Karrebæk Fjord zwischen Enø und Karrebæksminde

Wir lieben es, auf dem Wasser zu sein. Da wir momentan kein Boot mehr haben, leihen wir uns ab und zu mal eins an verschiedenen Stellen aus.

Diesmal ging unsere Tour zunächst nach Karrebæksminde. Genauer gesagt, nach Enø. Das ist eine kleine Insel, die vor Karrebæksminde (Sydsjælland, auf dem südlichen Teil Seelands) liegt und mit einer Zugbrücke verbunden ist.

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Dort ist ein richtiges Ferienzentrum, aber nicht in dem Sinne, dass man einen Betonklotz gebaut hätte, in dem jetzt viele Aktivitäten stattfinden, sondern es gibt dort sehr viele kleine Ferienhäuschen, einen Strand, einen Yachthafen, ein paar Imbissbuden und Eis-Cafés beziehungsweise Restaurants. Eben alles, was man so braucht, wenn man Ferien machen möchte.

Der Reiz liegt darin, dass die Insel recht klein ist, und auch Karrebæksminde ist nur ein Dorf mit Hafen.

Während einiges recht traditionell wirkt, so wie es eben auf dem Dorf in Dänemark so ist, gibt es auf der anderen Seite natürlich auch Häuser in der gehobenen Preisklasse, die direkt am Wasser liegen.

Eine dritte Seite des Ortes bilden die Marktbuden, der Parkplatz und die Aktivitäten, die dort angeboten werden. Sie bringen etwas sehr Lockeres in die Umgebung und somit fühlen sich dort auch Camper und Menschen, die in der 10 Kilometer entfernten Stadt Næstved wohnen, herzlich willkommen.

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Wir kamen vom Brombeerhof und fuhren ca. 50 Minuten bis zur Insel. Dabei ist die Fahrt selbst schon wie ein Urlaub, denn auf dem Weg dorthin gibt es viel zu sehen.

Wir hatten das Kanu bereits am Vortag gemietet, da wir bei dem schönen Wetter damit gerechnet hatten, dass alles ausgebucht sein würde. Dem war allerdings nicht so, und warum das so ist, sollten wir etwas später erfahren.

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Der Preis für ein Kanu ist hier übrigens sehr günstig: nur 300 Kronen für den ganzen Tag und das für 3 Personen in einem Boot.

Da kann man wirklich nicht klagen.

(Mehr über das Blå Flag-Center/Blaue Flagge-Zentrum kann man hier lesen).

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Doch dann kam die Überraschung: Das Boot (graues Kanu links oben auf dem Bild) ist aus Aluminium hergestellt.

Das wurde mir zwar schon am Telefon gesagt, aber bevor man es ausprobiert hat, weiss man ja nicht, wie das Boot im Wasser liegt.

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Das Gute dabei ist, dass es so leicht ist, dass man es zu zweit gut tragen kann.

Es lässt sich auch relativ gut rudern (obwohl hier ja eigentlich von paddeln die Rede ist).

Worauf wir aber überhaupt nicht vorbereitet waren, ist der Umstand, dass so ein Alu-Kanu wie eine Feder im Wasser liegt!

Wir sind grössere Boote gewohnt und vor allem ein richtig schweres, hölzernes Ruderboot, und somit waren wir zunächst im Schock, wie unstabil das Kano im Wasser lag.

Die kleinste unbedachte Bewegung störte die Balance, und wenn man zu dritt in einem kleinen Boot ist, dann muss man sich da wirklich zusammenreissen, dass man alles gut koordiniert.

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Nach 5 Minuten hatten wir uns aber daran zumindest so weit gewöhnt, dass wir problemlos die Gegend erkunden konnten.

Dazu muss ich sagen, dass die Leute, die ehrenamtlich die Vermietung der Boote anbieten, uns sehr dabei geholfen haben, uns so schnell zurechtzufinden.

Sie haben uns alle Fragen freundlich und kompetent beantwortet, uns ein paar Tricks verraten, Tipps mit auf den Weg gegeben und uns geholfen, das Kano zu Wasser zu lassen.

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Sehr hilfreich war auch, dass man uns eine laminierte Satelliten-Karte mitgab, auf der man erkennen konnte, wo was zugesandet ist, denn das war die zweite grosse Herausforderung auf dem Wasser:

Es gab die Fahrtrinne, die regelmässig für die grossen Schiffe ausgehoben wird und dann eben drum herum all die Gebiete, die unterschiedlich versandet sind.

Wenn man sich in diesen Bereich wagt, steckt man irgendwann auf einer Sandbank fest, denn nur die Inseln sind vom Wasser aus relativ leicht zu erkennen, obwohl man auch diese vom Wasser aus nicht immer so leicht unterscheiden kann.

Die Versandung der Förde hingegen ist nicht ganz so berechenbar, wie man meinen sollte, und sie ändert sich auch mit der Strömung und mit der Zeit und selbst wenn man keine ausgedruckte Karte vor sich hat, sondern eine elektronische, ist es immer noch ungewiss, wann das letzte Update war und ob alles mit den aktuellen Verhältnissen übereinstimmt.

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Daher sind wir tatsächlich ein paar Mal auf Grund gelaufen, denn in dort, wo das seichte Wasser war, ist es natürlich auch besonders schön. Da konnte man so richtig die Seele baumeln lassen, und somit hat es uns auch nichts ausgemacht, ab und zu mal auf Grund zu laufen.

Es war auch interessant zu sehen, was da auf dem Meeresboden so alles los war, und dann war das Wasser wunderschön klar und sauber und funkelte und glitzerte magisch ist der Sommersonne…

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Wir erkundeten den westlichen Teil der Förde und waren etliche Stunden auf dem Wasser, was wir in vollen Zügen genossen.

Eigentlich hätten wir bis zum Abend bleiben können, doch diese Aktivität war weitaus anstrengender als im Ruderboot oder im Tretboot zu sein. Man musste ja ständig die Balance halten und auch aufpassen, dass man nicht abtrieb order irgendwo auflief, und dann ist an so einem wunderschönen Sommertag auf der Förde zwar nicht so viel los, denn das ist immerhin noch Dänemark, aber zumindest ist man nicht allein und somit muss man auch daran denken, dass man weder die Schiffahrt, noch andere Freizeitsegler behindert.

Gegen Ende des Nachmittags waren wir dann so müde, dass es keine gute Idee mehr war, noch länger auf dem Wasser zu bleiben, zumal wir auch schon leicht von der Sonne angeknuspert waren.

20180705_PICT0629Glücklich und zufrieden ging es dann wieder in Richtung Anlegestelle, vorbei am Hafen und an den vielen kleinen Inseln, die dort in der Förde liegen.

20180705_PICT0641Alles in allem war es ein toller Trip, doch der Grund, warum nicht so Viele so etwas machen, ist wohl jener:

Es ist eine sportliche Angelegenheit. Es ist, so wunderschön es auch ist, und egal wie viel Spass es macht, immer noch harte Arbeit, die vor allem die Bauchmuskeln sehr beansprucht – selbst für den, der in der Mitte sitzt und nicht selbst rudert, sondern nur navigiert. Auch der muss nämlich dafür sorgen, dass er die Balance hält, damit das Boot nicht umkippt.

20180705_PICT0653 Trotzdem kann ich das Ganze nur empfehlen.

Wer sich nicht traut, weil er denkt, es ist zu nass oder zu anstrengend, weiss nicht, was er verpasst!

Wir hatten viel Spass, schön viel frische Luft, haben die Natur aus nächster Nähe beobachten können – und es war einfach toll!

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Wer selbst ein Alu-Kanu auf Enø, im Karrbæk Fjord mieten möchte, dem würde ich raten:

  • Man sollte mindestens 2 Personen per Kanu sein, die paddeln, da es ansonsten zu schwer zu steuern ist.
  • Wer in der Mitte sitzt, sitzt äusserst unbequem, braucht dafür aber nicht zu paddeln.
  • Unbedingt Schwimmwesten anlegen. Aber die werden einem auch dort gegeben. Ich persönlich mag die Dinger zwar überhaupt nicht, doch sie sind sinnvoll, wenn man über Bord geht und vielleicht bewusstlos wird, weil man sich beim Kentern am Boot den Kopf stösst. Ansonsten ist die Förde nicht problematisch, da so Vieles zugesandet ist, dass der Wasserstand so niedrig ist, dass selbst Kinder dort baden könnten. Doch die Fahrtrinne ist tief. Da fahren auch grosse Schiffe, und das ist nicht ungefährlich.
  • Unbedingt Sonnenhut tragen, damit man keinen Sonnenstich bekommt.
  • Es ist auch wichtig, genügend Trinkwasser mit an Bord zu nehmen (siehe schwarzen Rucksack oben im Boot), da man ansonsten bei der intensiven Sonneneinstrahlung und der beachtlichen Aktivität schnell dehydrieren kann.
  • Entscheidet man sich, mit Kindern an Bord zu gehen, sollte man höchstens 2 Kinder mitnehmen, und die müssen Schwimmwesten tragen und sich ruhig verhalten können, da durchaus die Möglichkeit des Kenterns besteht. Als Erwachsene sollte man nur mit Kindern aufs Wasser gehen, wenn man sich seiner Sache sicher ist, denn wie schon mehrmals erwähnt, dieses Boot liegt nicht sehr stabil im Wasser. Da gibt es andere Boot, die für diesen Zweck weitaus besser geeignet sind, und die man sich hier ebenfalls ausleihen kann.

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Kontakt-Info:

http://www.marine.event.dk

Ved Broen 17

4736 Karrebæksminde

0045 – 60 93 32 32

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Weitere Ausflüge und Unterkunft in Dänemark kann man  hier finden.

Eine Karte über Karrebæk Fjord, Dybsø Fjord und Karrebæksminde Bugt (Sydsjælland, Næstved Kommune), samt Regeln, kann man in diesem Artikel finden.

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