Gáhkku (samisk glödkaka) mit Hefe – Pitabrot der Samen – mit Rezept und die Definition (Erklärung) von Kalott und Kalotten

Nachfolgend findet man das Glödkaka-Rezept mit Honig und Hefe, das pitaähnliches Faldenbrot ergibt, welches ein bisschen an Brötchen erinnert, die man gut füllen kann.

Um die Rezepte für Gákka-Fladenbrot und das Frybread der nordamerikanischen Indianer zu sehen, muss man hier schauen.

bread close up food grilled

Gáhkku ist eine Art Fladenbrot der samischen Bevölkerung (Samen), die in Lappland wohnen. Auf Schwedisch heissen sie “samiske glödkaka”.

 

Früher wurden sie oft aus Mehl, Salz und Wasser oder Milch hergestellt. Wenn man nicht genügend Mehl hatte, wurde unter Umständen gemahlende Rinde oder bestimmte Wurzeln hinzugefügt, um das damals so kostbare Mehl zu strecken.

 

Das ist übrigens bei vielen Polarbröd-Sorten der Fall gewesen. Je weiter nördlich und abgelegender die Menschen lebten, desto eher neigten sie dazu, das Mehl zu strecken und bespielsweise grosse Mengen Kartoffeln hinzuzufügen.

 

Es gab vor vielen Jahren mal “Kalottbullar*” zu kaufen, die waren so ähnlich wie Pitabrot und man konnte sie hervorragend füllen. Das kann man auch mit diesem Rezept machen. Die klassische Füllung aus Lappland ist natürlich “Suova” (gesalzenes und geräuchertes Rentierfleisch, das kleingeschnetzelt und über dem Feuer gebraten ist.

Oder man füllt es mit Käse und vielleicht ein wenig Spinat, Salat oder Tomate, wobei das Gemüse nicht typisch ist, sondern lediglich den Geschmack verfeinert.

 

Früher wurde das Brot ausgerollt und auf einem heissen Stein oder in einer Pfanne über dem offenen Feuer gebacken.

Später wurde es auf einem eisernen Holzofen gebacken oder gar auf dem Herd. Heute würde man es im Ofen backen oder in einer Pfanne (ohne Fett) auf dem Herd.

firewood burning in black steel round tray

Rezept:

Gáhkku mit Hefe

Zutaten:

2 EL geschmolzene Butter

1 l Milch (oder Buttermilch, schmeckt besser)

50 g Hefe

2 EL Honig, optional)

1 TL Salz

1 kg Weizenmehl (oder 500g Weizen und 500 g Vollkorndinkel)

Zubereitung:

2 EL geschmolzene Butter, 1 l Milch (oder Buttermilch) mit 50 g Hefe, 2 EL Honig und1 TL Salz verrühren

Dann ca. 1 kg Mehl hinzufügen und alles gut verrühren, zudecken und Teig ½ – 1 Stunde aufgehen lassen.

Brötchen von  Pitabrotgrösse formen und sie abermals aufgehen lassen. Manche pieksen die Brötchen jetzt mit einer Gabel, damit die Luft rauskommt. Das Leckere an den Kalottbrötchen war aber, dass sie sich aufblähten und innen sehr heiss waren und dass man dann sehr gut eine Füllung hineintun konnte, die dann noch so schön warm war.

Nächster Schritt: Die Brötchen werden dann entweder ohne Fett in einer Pfanne gebraten bis sie aufgehen oder man kann heutzutage auch einen heissen (225 Grad Celsius) Ofen nehmen und sie so lange (10 – bis 20 Minuten) backen, bis sie gut aufgegangen sind, aber noch nicht braun wurden.

Wer gerne bäckt, für den haben wir nachfolgend unterschiedliche Anregungen.

Rezepte für unterschiedliche Brote mit Dinkel findet man in diesem Buch:

Skandinavisches BROT BACKEN 1

* Übrigens… die Kalottbullar heissen aus zwei Gründen so:

  • Zum einen ist es so, dass das Wort Kalott (schwedisch) oder Kalot (dänisch) meist für eine runde kleine Kopfbedeckung genommen wurde, die oft für religiöse Zwecke benutzt wird. Doch im Grunde ist es etwas, das weich ist und wie eine kleine Schale geformt ist.
  • Nordkalotten (schwedisch) oder die Nordkalotte (deutsch) ist die Bezeichnung für die nördlichste Region der fennoskandinavischen Halbinsel.

 

Unterschiedliche skandinavische Brotsorten aus vielen Ländern des Nordens, samt Aufstriche, Brottorten und Snacks findet man in diesem Buch:

Brot backen

Wer sich für die etwas ausgeprägtere kulinarische Seite des Nordens interessiert, findet in dem nachfolgendem Kochbuch unterschiedliche Rezepte und Fotos aus Schweden (und Norwegen), die weniger bekannt sind, aber die die Stimmung auf dem Lande gut reflektieren:

Rezepte aus Norwegen und Schweden Cover 1 FINAL

Mehr über Gáhkku in der Slow Food-Bewegung kann man hier lesen:

https://www.fondazioneslowfood.com/en/ark-of-taste-slow-food/sami-ember-flat-bread/

 

Bildnachweis:

1. Foto: Tookapic

2. Foto: monicore on Pexels

alle anderen Bilder: NVP-Verlag

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