Der Torne-Fluss (Tornälven/Tornionjoki)

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Der Torne-Fluss wird auf Schwedisch Torneälv (Torne-Fluss) oder Torneälven (die Endung en steht für der Torne-Fluss) genannt.

Auf Finnisch heisst er Tornionjoki.

Er ist ein 410 km langer Fluss in Lappland und dient als Abfluss des Torneträsk (Duortnosjárvi), eines großen Sees im schwedisch-norwegischen Grenzgebirge, ebenfalls in Lappland gelegen. Das ist der größte Zufluss des am Oberlauf des Flusses.

Die Quelle befindet sich aber 1189 m über dem Meeresspiegel im norwegischen Gebirge, genauer gesagt in einem kleinen Gletscher, nur 300 Meter westlich der schwedischen Grenze.

Auf seinem Weg vom kleinen Gletscherbach zum grossen, breiten Fluss durchfliesst der Torneälv mehrere schwedische Seen, unter anderem ist er auch der Hauptzufluss des Sees Ábeskojávri/Abiskojaure im Abisko Nationalpark, knapp 500 Meter über dem Meeresspiegel gelegen.

Hier kann man übrigens die Nordlichter ganz besonders gut beobachten.

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Ich habe mich schon immer wundert, dass der Fluss irgendwann aufzuhören scheint, wenn man auf der finnischen Seite die Strasse an der Grenze von Süd-Osten (Harparanda und Tornio) gegen Norden hochfährt, wobei ich mir nie ganz sicher war, on der Fluss nun tatsächlich so kurz war oder sich auf der schwedischen Seite fortsetzte.

Daher war es gut, auf Wikipedia etwas mehr darüber zu lesen:

Im Anschluss an den Torneträsk durchfließt der Torne älv noch eine Reihe kleinerer Seen, den Jiekajärvi, den Alajärvi, den Váhkujárvi und den Nuorajärvi, bevor er die Orte  Kurravaara, Laxforsen und Jukkasjärvi erreicht, die zur Gemeinde Kiruna gehören. In den Unterlauf mündet auf Höhe der Stadt Pajala der Munio-Fluss (Muonioälv/ Muonionjoki).

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Von dort durchfließt der Torne-Fluss (Torneälv/Tornionjoki) als Grenzfluss zwischen SCHWEDEN und FINNLAND das Torne-Tal (Tornedalen) und mündet bei Haparanda und Tornio in den Bottnischen Meeresbusen, den nördlichste n Teil der Ostsee.

Auf Höhe von Junosuando rund 150 km vor seiner Mündung teilen sich die Wasser des Flusses in einer Bifurkation.

Der östliche der so entstandenen Flussarme behält den Namen Torne-Fluss (Torneälv/Tornionjoki), während der westliche den Namen Tärendöälven/Tärennönjoki) trägt. Der Tärendöälven mündet nach einer Länge von 52 km in den Kalix-Fluss (Kalixälven, etwas südlicher, in Schweden).

Ironischerweise kannte ich fast alle diese Orte und Gewässer, wusste nur nicht, dass sie alle auf diese Art verbunden waren.

Das untere Bild zeigt den Kalix-Fluss (Kalixälven) an einem Sommerabend. Es ist eines meiner Lieblingsbilder und wurde überhaupt nicht behandelt. Es mit einer der allerersten digitalen Kameras geknipst worden. Somit ist die Anzahl an Pixels auch sehr gering. Trotzdem, ich leibe dieses Bild!

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Auf Wikipedia steht weiterhin, dass der Name des Flusses sich von einem alten Dialekt der finnischen Siedler ableitet und dass “tornio” Speer bedeuten soll. Das kann theoretisch sein. In den skandinavischen Sprachen bedeutet “torn” allerdings eher “Turm” oder “Dorn”. Der Turm befindet sich auch auf der Flagge der Zwillingsstadt Harparanda/Tornio.

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Weiterhin steht auf Wikipedia:

Aus dem Eis des Torne Älv wird jeden Winter in Jukkasjärvi in Nordschweden ein Eishotel errichtet.

Soweit ich weiss, war es wohl auch das allererste dieser Art. Das Dorf in der Nähe von der Bergbaustadt Kiruna, wo massiver Eisenabbau betrieben wird, hatte u.a. mit ökonomischen Problemen und der Landflucht gekämpfen gehabt, obwohl nicht all zu weit davon entfernt auch ein Skigebiet liegt. So kam der Gemeinderat eines Tages auf die Idee, etwas aus der einzigste Ressource zu machen, von der man reichlich hatte: Wasser und im Winter Eis.

Das skandinavische Weihnachtsfest_image85

Mit cleveren Marketing schaffte es das Dorf dann, seine Ware in alle Welt zu exportieren. Man stelle sich das mal var, ein winziges Dorf im Schatten des Bergbaus, der in der Gegend massive Probleme verursachte! Die Idee, sogar das gefrorene Wasser in alle Welt zu exporteiren und Künstler das Hotel jedes Jahr neu mitgestalten zu lassen, war genauso genial wie das Branding/clevere Marketing!

Interessant ist dort wirklich und trotz des Bergbaus auch noch schön anzusehen, obwohl Kiriuna nun ein paar Kilometer in Richtung Jukkasjärvi verlegt wurde.

Mehr über das Dorf, das Eishotel und über Kiruna kann man hier lesen:

Das untere Bild zeigt eine der Brücken über den Torneälven bei Tornio/Haparanda. Auf einer anderen Brücke stehe ich.

Dieses Bild ist schon mehr als 20 Jahre alt und wurde noch mit einer alten Spiegelreflexkamera gemacht und eingescannt.

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Abschliessend stand auf Wikipedia noch:

Kurz vor der Mündung quert in Verlängerung der Bahnstrecke Boden–Haparanda die Eisenbahnbrücke über den Torne älv, die ein Vierschienengleis in Normalspur und finnischer Breitspur trägt, den Fluss.

Das obige Bild wurde von der Brücke aufgenommen, die sie hier beschreiben. Es war da noch gar nicht so dunkel, doch da ich gegen die untergehende Sonne fotografiert habe, wurden die Farben so intensiv und das Bild so dunkel.

Mehr über die Bahn und die Gegend um Tornio kann man hier lesen:

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Am Torne-Fluss ist es zu jeder Jahreszeit wunderschön. Im Sommer kann man den Fluss teilweise mit dem Boot befahren und/oder angeln, im Winter kann man hier Schlittschuhlaufen oder auf Skiern den Fluss entlang gehen. Auch fischen viele Schweden und Finnen im Winder, indem sie mit grossen Bohrern tiefe Löcher ins Eis bohren.

Das obige Foto wurde im Hernst 2018 gemacht und ko0ischerweise sah da alles wirklich so gelb und grell aus wenn die Sonne schien. Fast wie im Frühling. Doch die Nächte waren bereits sehr kalt und bald darauf fing es an zu schneien.

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Früher waren die grossen Flüsse Lapplands die wichtigen Wasserwege, über die die ganze Versorgung funktionierte. Ich kannte noch Leute, die mir aus diesen Zeiten erzählt haben, als es noch keine Strassen im Norden Lapplands gab und alles mit Rentierschlitten transportiert werden musste. Das war ein sehr hartes Leben und ich werde nie vergessen wie diese Leute aussahen. Man konnte ihnen das harte Leben ansehen, denn das Leben in Zelten und ohne Obst und Gemüse ist ganz bestimmt nicht einfach gewesen. Die Menschen sind schnell gealtert und haben leider auch nicht selten zu Alkohol gegriffen, um sich aufzuwärmen. Sie starben meist vor ihrer Zeit und die Gesichter waren voller tiefer Falten, obgleich sie viel Fisch und Rentierfleisch assen. Sie bekamen einfach nicht genügend Vitamin und ironischerweise, obwohl sie überall damit umgeben waren, nicht genug Wasser.

Das ist nun schon sehr ironisch, dass man das saubere, reine Wasser des Nordens in alle Welt exportiert, um beispielsweise arktische Eiswürfel zum Wodka in Asien zu verkaufen, während die Ureinwohner selbst einfach nicht genug davon tranken, um besser und länger zu leben.

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Oben sieht man den Torneälv im Glanz der herbstlichen Abendsonne.

Wer weitere Bilder aus Lappland sehen möchte, kann auch gerne hier mal schauen:

Diese Fotos stammen von ganz unterschiedlichen Reisen und zeigen, wie wunderschön es dort oben zu jeder Jahreszeit ist.

BUCHTIPP:

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Bildnachweis:

alle Fotos: NVP-Verlag

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