Das Schlimmste, was ein Narzisst seinem Opfer antun kann

photo of a person standing on footbridge leading to a lighthouse

Der größte Schaden, den ein Narzisst seinem Opfer zufügt, ist vermutlich, dass er es introvertiert. Das heißt, er spielt, mehr oder weniger bewusst, ein strategisches Machtspiel, indem er sein Opfer ganz gezielt so unterdrückt, dass die Aufmerksamkeit des Opfers immer mehr nach innen gerichtet wird.

Das klingt relativ harmlos, ist aber psychologische Manipulation der fiesesten Sorte, auch wenn er sich nicht direkt solcher Methoden wie Gehirnwäsche oder Gaslighting benutzen sollte, eine typische Taktik des Narzissten ist beispielsweise sein (oder des Opfers) Umfeld miteinzubeziehen, um sein Opfer ganz bewusst zu diskreditieren.

Das ist eine Methode, die so gut wie alle Narzissten benutzen.

Diese Methode hat dann den Effekt auf das Opfer, dass es merkt, dass die Wahrnehmungen aller anderen im Konflikt zu seiner eigenen Wahrnehmung stehen.

Somit wird diese Methode zu einer sehr gefährlichen Manipulationstechnik – und zwar nicht nur weil das Opfer hier durch üble Nachrede und dergleichen geschädigt wird.

Vielmehr ist das Etablieren einer gemeingültigen Meinung über das Opfer auch auf diese Art extrem gefährlich, weil das Opfer irgendwann dann die eigene Wahrheitsauffassung anzweifeln wird.

Beispiel

Vielleicht hatten Sie auch einen Mitschüler in der Klasse, der als „dick, fett und doof“ gehänselt wurde.

Zunächst empfand dieses Mobbing-Opfer das, was da geschah als Ungerechtigkeit, doch wie wir alle wissen, der wirklich effektive Teil von Mobbing und Schikane ist nicht das, was sichtbar ist, sondern das Unterschwellige, was eher angedeutet wird. Deshalb kann man sich dagegen auch so gut wie gar nicht wehren.

Nachdem das Opfer nichts dagegen tun konnte, kam es zwangsläufig in die Situation, wo es feststellen musste, dass die Allgemeinheit es als „dick, fett und doof“ ansah und dann geschieht das Allerschlimmste:

Das Opfer gibt sich so weit geschlagen, dass es diesen Stempel zumindest teilweise akzeptiert, denn es weiß ja, dass alles es so sehen.

Also übernimmt es diesen Stempel (oder Label) und läuft fortan mit dem Prädikat „dick, fett und doof“ herum, was dann wiederum zur Folge haben wird, dass es tatsächlich Probleme bekommen kann, ein optimales Körpergewicht zu halten oder gar etwas zu lernen.

Letztendlich kann es dann tatsächlich vorzeitig mit niedrigem IQ, schlechter Ausbildung und ohne Freunde an Zivilisationskrankheiten sterben – obwohl es am Anfang kaum übergewichtig und ganz bestimmt auch nicht dumm war.

Die fatale Macht der Unterdrückung

Das ist eben die Macht, die die Bullys (bullies im Englischen) über ihre Opfer haben: Sie können mit indirekten Gesten und mit wenigen, versteckten Andeutungen ihren Opfern jahrelanges Leiden zufügen und sogar das Leben ihres Opfers markant verkürzen, indem sie ja eigentlich gaaar nichts taten, sondern nur mal eben ein paar Bemerkungen fallen ließen.

Doch diese paar Gesten und Bemerkungen erschufen ein Labyrinth von unsichtbaren Gängen, die das Opfer gefangen hielten – weil eben das Opfer, aufgrund des massiven Drucks von außen, seine Aufmerksamkeit immer mehr nach innen gerichtet bekam.

Es wurde demnach von der allgemeinen Auffassung so umzingelt, dass es ihm gar nicht mehr möglich erschien, über diese Mauer hinweg zu springen, um einen extrovertierten Blick von außen auf das Geschehen zu werfen.

Zukünftige Maßnahmen

Jetzt kann keiner von uns das ändern was war.

Wichtig ist aber, sich in der Gegenwart bewusst zu machen, dass Bullies und Narzissten so etwas verursachen können und wie weitgehend ihre kaum wahrnehmbaren Schikane sein können.

Wir können uns zwar keine bessere Kindheit zulegen und auch nur begrenzt Menschen finden, die wirklich loyal sind und einen auf die ethische Art unterstützen, doch wir können uns zumindest verdeutlichen, wie das Ganze passiert und was genau die Bullies oder die Narzissten in unserem Leben taten und somit verursachten, um uns so ins Bockshorn zu jagen.

Wenn man das geschafft hat, dann kann man sich zum einen von solchen Leuten abnabeln und zum anderen kann man versuchen, dem zum Trotze ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und fortan ganz bewusst extrovertiert (von außen) auf die Geschehnisse schauen, damit man nicht länger introvertiert (mit seiner Aufmerksamkeit nach innen gerichtet) verweilen muss.

Denn Narzissten können es wirklich so weit treiben, dass Ihre Opfer sich letztendlich wie schusselige Idioten fühlen, die zu nichts fähig sind und besser gar nicht existieren sollten.

Sie können mit ihrer ständigen Rumnörgelei auch so weit gehen, dass sie letztendlich alles beurteilen und kritisieren, was das Opfer tut. Das kann so weit gehen, dass jeder Schritt und jeder Atemzug auf die Goldwaage gelegt wird.

Diese Masche kann das Opfer tatsächlich so weit introvertieren, dass es letztendlich wahnsinnig wird und Ängste, Macken und alles Mögliche entwickeln kann, obgleich das Opfer nicht derjenige ist, der hier geisteskrank ist. Geisteskrank ist hier lediglich der Narzisst.

Doch ironischerweise sind es meist die Opfer, die mit Beschwerden in der Psychiatrie landen, obwohl ihnen im Grunde eigentlich gar nichts fehlt. Man hat ihnen nur eine Laus auf die Leber gesetzt und sie so lange schikaniert bis sie zusammengebrochen sind.

So eben wie bei Gehirnwäsche und wie bei geistiger Folter, wie wir aus alten Thriller- Filmen kennen.

Was der Narzisst macht, ist in der Tat nichts anderes als das. Nur tun alle so, als ob es nicht so wäre. Denn wer will sich schon gerne eingestehen, dass ein Mensch aus nächster Nähe, der doch als lieber Mensch gilt und den wir selbst so unheimlich gerne als lieb und uns wohlgesonnen erleben möchten, in Wirklichkeit ein Verbrecher ist, der die übelsten Methoden taktisch und auf verdeckte Art einsetzt, um uns zu schaden?

Niemand!

Dieses Wegschauen ist absolut menschlich und verständlich, denn sobald wir die Wahrheit sehen und es wagen, sie sogar auszusprechen, hat das Konsequenzen.

Zum einen, weil wir dann nicht länger mehr so weitermachen können, zum anderen, weil der Narzisst dann zu noch fieseren Tricks greift.

Daher kann dieser Missstand durchaus abgewandt werden – nämlich sobald das Opfer sieht, was wirklich vorgefallen ist.

Doch die drohenden Konsequenzen sind nicht das Einzige, warum die ganze Problemstellung eine heikle Sache ist:

Diese Art von Taktiken, die wirklich schon an der Grenze zu Gasligting stattfinden, sind so subtil, dass die Opfer nur selten all das sehen werden, was wirklich los war. Sie denken nur all zu oft, es sei ihr Fehler oder sie wären einfach depressiv oder hätten Phobien.

Doch in Wirklichkeit stand meist jemand dahinter, der sie so weit trieb, bis sie letztendlich diese Symptome entwickelten.

Information ist extrem wichtig

Darum ist es so unglaublich wichtig, dass man sich genau darüber informiert, was Narzissmus ist und wie Leute , die an dieser Persönlichkeitsstörung leiden, im Alltag vorgehen.

Weiß man, welche Taktiken sie anwenden, dann ist das bereits die halbe Miete und man kann sich dann so weit vortasten, bis man eine Vorstellung von dem bekommt, was das an einem selbst möglicherweise hat auslösen können.

Denn Narzissten lieben es, ihre Opfer so zu introvertieren, dass sie ganz nervös werden und vor lauter Bestreben, dem Narzissten alles recht zu machen, letztendlich gar nichts mehr zustande bringen und in der narzisstischen Gefangenschaft langsam zugrunde gehen.

Quelle:

Elterlichen Narzissmus verstehen

Der obige Beitrag stammt aus dem Buch Elterlichen Narzissmus verstehen.

Dort findet man alles zum Thema leicht verständlich erklärt. Dies kann u.a. helfen, sich zumindest mental von narzisstischen Eltern zu distanzieren, auf seine eigenen Rechte zu bestehen und fortan ein weitaus positiveres Leben zu führen, in dem es wieder viele Glücksmomente gibt.

 

Ein Artikel-Verzeichnis mit vielen weiteren Beiträgen über Narzissmus findet man hier.

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Disclaimer (Haftungsauschluss) für diesen Artikel

Wichtiger Hinweis für Kinder narzisstischer Eltern und andere misshandelte Kinder, die noch unter 18 sind

Bildnachweis:

1. Foto: Josh Hild

2. Umschlag: NVP-Verlag

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