Was ist psychische Gewalt?

Psychische Gewalt ist etwas, das uns alle angeht und wo wir alle einen Einsatz leisten können, dass sie nicht mehr so häufig vorkommt.

Erwachsene können selbst verständlich auch Opfer werden.

Allerdings ist es für Kinder noch viel schlimmer, da sie sich kaum selbst beschützen können.

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Auf der österreichischen Website GEWALTINFO.at kann man unter https://www.gewaltinfo.at/fachwissen/formen/psychisch/psychische_gewalt_kind.php Fogendes lesen:

Psychische Gewalt ist die häufigste Form von Gewalt. Viele Kinder” (aber auch Erwachsene) “erleben sie alltäglich, sie wird ihnen bewusst aber ebenso oft ungewollt zugefügt.

Psychische Gewalt ist immer auch Teil von jeder anderen Form von Gewalt, nämlich Vernachlässigung, Misshandlung, sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung; psychische Gewalt erleben Kinder auch dann, wenn sie nicht selbst das unmittelbare Ziel von Gewalt in der Familie sind.

Was ist psychische Gewalt?

Versuch einer Definition

Psychische Gewalt ist …

  • wenn Kindern mutwillig Angst gemacht wird.
  • wenn Kinder eingeschüchtert, ausgegrenzt, isoliert werden.
  • wenn Kinder verspottet werden oder der Verspottung Preis gegeben werden.
  • wenn Kinder missachtet und entwertet werden.
  • wenn Kinder klein gemacht, klein gehalten und abgewertet werden.
  • wenn Kinder gezielt entmutigt werden.
  • wenn Kinder mit Druck und Unterdrückung erzogen werden.
  • wenn Kindern keine Grenzen gesetzt werden.
  • wenn Eltern ihren Kindern Orientierung verweigern und sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern entziehen.
  • wenn Strafe zu einem Zeitpunkt vollzogen wird, wo das Kind gar nicht mehr weiß, was es getan hat, und die Strafe nicht als Konsequenz seiner Handlungen erkennen kann.
  • wenn Kinder das tun müssen, was ihre Eltern immer gerne getan hätten, wenn Kindern sozusagen das Leben der Eltern auferlegt wird.
  • wenn Gefühle der Hilflosigkeit und schutzlosen Preisgabe ausgelöst werden und es zu einer Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses des Kindes kommt.
  • wenn Kinder als Spielball der Interessen des jeweiligen Elternteils z.B. im Zuge einer Scheidung missbraucht werden,
  • wenn also das Kindeswohl vorsätzlich und bewusst vorgeschützt wird, um eigene Interessen durchzusetzen oder zu fördern.
  • wenn Kinder Loyalitätskonflikten zwischen den Eltern ausgesetzt werden.
  • wenn den Eltern das Verhalten des Kindes wichtiger als seine Person ist.“

Psychische Gewalt ist weiters …

  • immer dort, wo Angst als Erziehungsmittel eingesetzt wird.
  • nicht nur Vernachlässigung, es kann auch ein Übermaß an erstickender Liebe sein.
  • viel schwieriger zu erkennen als körperliche Gewalt, da sie am Körper keine sichtbaren Narben hinterlässt.
  • so schwer fassbar, da sie individuell erlebt wird und ihre Wirkung von außen oft nicht erkennbar und einschätzbar ist.
  • subjektiv zu verstehen und zu betrachten; das subjektive Erleben des Kindes, sein emotionales, existenzielles Empfinden steht im Vordergrund.
  • ein „unangenehmes“ Thema, da dieses Phänomen schwer fassbar ist, sich nicht genau definieren lassen „will“, sich wissenschaftlicher Analyse entzieht und uns zur Auseinandersetzung mit vielen Themen zwingt, auf die wir gar nicht so gerne hinschauen.

Psychische Gewalt …

  • wird durch alle Handlungen und Unterlassungen von Eltern und Bezugspersonen hervorgerufen, die Kinder ängstigen, überfordern, ihnen das Gefühl der eigenen Wertlosigkeit übermitteln und sie in ihrer psychischen und/oder körperlichen Entwicklung beeinträchtigen können.
  • passiert“ oftmals eigentlich ohne böse Absicht.
  • wird unterschiedlich aufgefasst; was dem einen noch Spaß macht, kann für den oder die andere schon Verletzung, Abwertung, Verwundung bedeuten.
  • kann dadurch entstehen, dass die Eltern den Druck, dem sie in der Gesellschaft, Arbeit etc. ausgesetzt sind, an ihre Kinder weitergeben.
  • kann auch durch gut gemeinte Hilfsangebote ausgeübt werden.
  • entsteht und besteht dort, wo Kinder und Jugendliche einer Dynamik von „zu viel“ oder „zu wenig“ ausgesetzt sind und die existenziellen Bedürfnisse der Kinder keinen Platz haben.
  • manifestiert sich dort, wo Kinder bei für sie schwierigen Erfahrungen/ Erlebnissen keine Sprache bzw. keine Ausdrucksform finden können oder dürfen.
  • tritt nicht nur alleine auf, sondern zumeist auch als „stille Schwester“ aller anderen Gewaltformen

(Ergebnisse zweier Enqueten des Familienministeriums zum Thema Psychische Gewalt am Kind, BMSG (Hg.), Wien 2000)“

Dem braucht man eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, denn diese Liste besagt mehr oder weniger alles.

Wichtig sind vielleicht noch folgende Punkte:

1) Psychische Gewalt wird einem Menschen sehr schnell zugefügt, und ganz besonders einem Kind. Nicht jeder, der ahnungslos etwas tut, das letztendlich als psychische Gewalt erfahren werden wird, ist ein schlechter Mensch oder sollte rechtliche Konsequenzen erfahren, denn was er in diesem Falle tut, ist weder kriminell, noch von böser Absicht geprägt, da psychische Gewalt auch unabsichtlich, aus wohl gemeinten und konstruktiven Handlungen resultieren kann.

Der große Unterschied liegt da, wo Eltern die Grenzen ihrer Kinder immer wieder überschreiten, weil sie es als Erziehungsstil ansehen oder nicht Herr über ihre Handlungen sind.

Eltern, die generell ihr Kind lieblos, respektlos und gewaltsam behandeln sind die, die sich dabei eines ernsthaftes Vergehens schuldig machen!

Dem Rest unter uns sei lediglich gesagt, dass auch das, was wir tun, manchmal unabsichtlichen Schaden zufügen kann.

Da hilft es dann, wenn man sich in die Lage des Kindes versetzt, interessiert zuhört, sich auch mal entschuldigt und sich vor allem auch informiert, wie man das eine oder andere besser machen könnte, um noch bessere Eltern zu werden.

Es ist wichtig, dass man einen ganz klaren Unterschied zwischen den Eltern macht, deren Kindern es generell wirklich schlecht geht und denen, die alles tun, damit es ihren Kindern gut geht und wo nur der eine oder andere Umstand mal etwas ausgelöst hat, was weniger optimal ist.

2) Versucht man, einen Elternteil mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung vor Gericht für seine Taten und Verhaltensweise verantwortlich zu halten, muss man darauf eingestellt sein, dass der Narzisst nicht nur alles leugnen wird, er wird auch versuchen diese feine Linie zwischen harmlos und ernsthafter Misshandlung zu verwischen und sich eventuell selbst als Opfer darstellen oder sogar Sie anprangern.

Theoretisch kann man auch selbst wegen Falschaussage/falscher Behauptungen belangt werden, auch wenn man die Wahrheit sagt.

Daher muss man sich fachkundigen Rat bei einem guten Rechtsanwalt holen und sich in einem solchen Fall sehr gründlich vorbereiten, damit man keine bösen Überraschungen erlebt.

So leiden Kinder narzisstischer Eltern – und was man dagegen tun kann: Fakten, Adressen, Erklärungen, Hilfe und Selbsthilfe

Quelle:

Der obige Text stammt aus dem Buch So leiden Kinder narzisstischer Eltern – und was man dagegen tun kann.

Hier findet man neben eingehenden, aber leicht verständlichen, Erklärungen des Sachverhalts auch Adressen und Hinweise, die dem Einzelnen hilfreich sein können.

Ein Artikel-Verzeichnis mit vielen weiteren Beiträgen über Narzissmus findet man hier.

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Disclaimer (Haftungsauschluss) für diesen Artikel

Wichtiger Hinweis für Kinder narzisstischer Eltern und andere misshandelte Kinder, die noch unter 18 sind

Bildnachweis:

  1. Foto: Matheus Bertelli (Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass es sich hier um kein misshandeltes Kind handelt, sondern um ein Public Domain-Foto, das ein Fotomodell zeigt!)
  2. Umschlag: NVP-Verlag

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