Der Mythos vom Glück

Als ich ein Kind war,

Hiess es, man brauche Glück,

Um Glück zu haben.

Wenn man Glück gehabt hatte,

Dann konnte man glücklich sein.

Aber das Glück kam nie.

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Vielleicht hatte es zu viel zu tun.

All die vielen Menschen auf der Welt,

Die es so dringend brauchten,

Um endlich glücklich sein zu können;

Wie sollte das Glück da die Zeit finden,

Auch zu mir zu kommen?

 

Als ich älter wurde,

Hatte sich das Glück verlaufen.

Jemand sagte, es sei in der Nachbarschaft gesehen worden.

Ich zog um.

Die Karte mit meiner neuen Anschrift kam wohl nie an.

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Eines Tages verlor ich das Interesse am Warten.

Ich tat, was ich eigentlich schon immer tun wollte;

Meine eigenen Hände gaben meinen Träumen Form

Und sie wurden wahr.

 

Träume und Taten

heben sich wie eine stolze Eiche gegen den Abendhimmel ab,

Deren starke Wurzeln tief in den Boden hineinreichen

Und deren wunderschöne Zweige sich sanft im Wind wiegen.

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Dieses Gedicht stammt aus dem Buch So war mein dänischer Hafen, einer philosophisch angehauchten Autobiografie einer Künstlerin, die versucht, sich in Dänemark in einem kleinen Hafen zu etablieren.

So war Mein Dänischer Hafen

Bildnachweis

Fotos und Buchumschlag: NVP

 

8 thoughts on “Der Mythos vom Glück

  1. Das Glück kommt immer unverhofft, lässt sich nicht suchen, nicht festhalten und auch nicht einfangen.
    Und wenn es plötzlich irgendwann, irgendwo, irgendwie wie aus dem Nichts erscheint, sollte man sich freuen und es genießen!
    Sonnige Grüße aus dem bergischen Land…
    von Rosie 🙂

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    • Das ist wahr, was Du schreibst, liebe Rosie, sehr wahr sogar! In dem Gedicht oben ging es aber auch dareum, dass man nicht einfach untätig auf das Glück warten und sich beklagen sollte, dass es nie kommt. Man sollte einfach das tun, was man wirklich im Leben tun will und seinem Dharma folgen – wie z.B. künstlerisch tätig zu sein. Das macht glücklich, nicht wahr? Doch viele Menschen sind einfach von anderen entmutigt worden und tun überhaupt nicht mehr, was sie eigentlich mal im Leben tun wollten und sind deshalb totunglüclich.

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  2. Das Gedicht – erst dachte ich, Du hättest es verfasst – passt zu den Dänen. Sie sind ein ganz eigenes Völkchen, liebenswert, still und doch so etwas von klug. Ich liebe sie. Ich habe die Jahre sehr genossen, als ich unter ihnen verweilen durfte (Bornholm). Und ich vermisse – trotz meiner Liebe zu unserem Kater – sehr diese Insel. LG

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    • Danke für deine lieben Worte! Ja, das Glück kann man sich überall suchen und finden – und du hast auch durch aus etwas sehr Wahres gesagt: In schöner, freier Umgebung, beziehungsweise in schöner Natur, lässt es sich schnell finden. Allerdings ging es bei diesem Gedicht mehr darum, dass man nicht darauf wartet, dass man irgendwann mal endlich Glück hat, sondern es lieber selbst verursacht, indem man sein Dharma findet und das tut, was man eigentlich schon immer hat tun wollen. Viel zu viele Menschen warten auf das Glück und sind der Meinung, dass sie im Leben eher Pech haben. Doch letztendlich haben sie sich nur verunsichern lassen und aufgegeben, das su tun, was sie gerne im Leben getan hätten. SZomit sind sie weitaus unghlücklicher als sie hätten sein können, wenn sie ihre Träume selbst verwirklicht hätten.

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  3. Ein sehr schönes Gedicht, was nachdenklich macht.

    Das Glück liegt in den kleinen Dingen.

    Beispiele:
    Schmetterlingen und Hummeln zusehen.
    Die Blume am Wegesrand.
    Die Sonne die wärmt.
    Ruhe und Stille.
    Harmonie.
    Mit sich im reinen sein.
    Selbst gesetzte Pflanzen wachsen sehen.
    Vögel die morgens zwitschern.
    Der Wald
    Die grüne Natur

    All diese Dinge sind Glück. Nur meistens übersehen wir diese. Wie schade.

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    • Ja, liebe Roswitha, das ist wahr, das Glück liegt auch oft in den kleinen Dingen, welche du hier sehr schön poetisch aufgezählt hast, und du hast auch recht, dass es sehr wichtig ist, dass man sie bemerkt und dem Leben gegenüber eine gewisse Danbarkeit verspürt. Doch die Pointe des obigen Gedichts war vielmehr, dass man nicht untätig auf das Glück warten, sondern lieber mit eigenen Taten das verursachen sollte, was man wirklich im Leben gerne täte – dann kommt das Glück von ganz allein. Denn viele Menschen sind enttäuscht vom Leben – so enttäuscht, dass sie alle ihre Pläne und Vorhaben aufgegeben haben – und auf diese Art und Weise haben sie nie eine Chance, jie wieder so glücklich zu werden, wie sie es sich einst erhofft haben. Darum ist es so wichtig, dass man sich nicht entmutigen lässt und sich trotzdem bemüht, seine eigenen Vision wahrwerden zu lassen und das erschafft, was einem glücklich macht. Obwohl… anderseits ist es natürlich auch sehr wichtig, sich am hier und jetzt und an den kleinen Dingen zu erfreuen, die schon da sind. Das ist auch sehr wichtig, da hast du schon recht, doch wer sich nichts mehr vornimmt und so lange arbeitet, bis es wahr wird, dem wird nur im begrenzten Masse Glück erleben können.

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