Was ist Freiheit? Freiheit und Erziehung ¤ What is freedom? Freedom and COVID-19

DEUTSCH

Den deutschen Text findet man unter dem englischen.

ENGLISH

Freedom is being FREE of something.

In order to define our freedom, we have to decide first of all what it is we want to be free of.

Only then can we define what our freedom should look like.

Man people think freedom is a gift that is granted at birth, that has always been there and will always be there.

In reality freedom is something one has to fight for – every single day of one’s life, and in many different ways.

There is however a universal tool, that we can use to to achieve it: responsibility.

Because this is how freedom works:

  • Once one has decided what to be free of and what the optimal situation would be,
  • one needs to take responsibility to work towards that freedom or to maintain it.

And that’s perhaps one of the hardest things to do: to maintain freedom. It’s in a way easy to notice when something is terribly wrong, revolt and try to do something about it.

But maintaining freedom on a daily basis, is something that requires a lot of wisdom, skill and awareness.

Part of this is also the ability to spot lies, half-truths, hidden facts and misunderstandings.

As far as the COVID-19-situation is concerned, our freedom does not get restricted by the measures that different authorities initiate, in order to stop the spreading of the virus.

Our freedom gets limited by the spreading of the virus!

If we don’t take responsibility and stop it from spreading, it will eventually erase all our freedoms, also the freedom to stay alive.

DEUTSCH

Freiheit bedeutet, dass man FREI von etwas ist.

Um in Freiheit leben zu können, muss man zunächt definieren, WOVON man frei sein möchte, danach muss man sich den wünschenswerten Zustand in diesem Zusammenhang vorstellen und in diese Richtung arbeiten, bis man die wünschenswerte Freiheit erreicht hat.

Viele Menschen sehen Freiheit als selbstverständlich an, als ein Menschenecht, das einfach immer da ist.

Doch dem ist nicht so. Egal, wo in der Welt man sich befindet, Freiheit ist immer etwas, wofür man kämpfen muss – entweder damit sie überhaupt zum Vorschein kommt, oder um sie zu erhalten, wobei das letztere vermutlich das Schwierigste ist. Denn man muss sich zunächst bewusst sein, dass Freiheiten entschwinden, wenn man sie nicht täglich neu definiert und neu erarbeitet und kuntut, warum und wieso sie notwendig sind. Ansonmsten werden wie irgendwann aufhören zu existieren, weil sie niemand mehr für erstrebenswert ansieht und sich so viele Argumente ansammeln, die dagegen zu sprechen scheinen, weil sie andere Freiheiten für andere Leute vorantreiben.

Das wusste auch schon Goethe, der sagte:

Nur der Verdient sich Freiheit wie das Leben,

der täglich sie erobern muss!

So ist es nicht nur im politischen Bereich; es ist so mit jeglicher Freiheit, die wir uns als Einzelne oder als Menschheit erarbeitet haben.

Im medizinischen Bereich ist momentan das Wort FREIHEIT in Verbindung mit COVID-19 aktuell. Viele sehen die Restriktionen, die unterschiedliche Behörden einführ(t)en, als Verstoss gegen die persönliche Freiheit an.

Dazu gibt es noch zu sagen, dass zu der Fähigkeit, Freiheit zu erhalten oder sich Freiheit zu erobern, auch das Aufdecken von Lügen, Missinformationen und Halbwahrheiten gilt. Oft werden solche noch nicht einmal mit Absicht verbreitet, sondern entstehen dadurch, dass jemand einen Sachverhalt nicht ausreichend untersucht hat und nicht ausreichend versteht. Oder es liegen Missverständnisse oder gedankliche Fehler vor. All dies ist sehr menschlich und geschieht jedem von uns.

Doch sobald sich das gesagte oder geschriebene Wort mit intensiven Gefühlen vermischt, haben wir eine Lawine vor uns, die, sobald sie ins Rollen kommt, kaum mehr gestoppt werden kann.

FREIHEIT kann nur existieren, wenn sie von Menschen ins Leben gerufen wird, die VERANTWORTUNG dafür übernehmen, dass das, wovon wir frei sein möchten, uns nicht länger das Leben vermasselt.

In Bezug auf COVID-19 ist es so, dass es in der Tat das Virus ist, welches uns die Freiheit nimmt und nicht das, was wir tun, um die Verbreitung dessen zu unterbinden.

Sinnvolle Massnahmen, die eine Verbreitung reduzieren oder ganz verhindern, sind somit die Verantwortung, die übernommen wird, damit uns das Virus nicht alle Freiheiten raubt.

Doch Freiheit existiert nicht nur im gesundheitsmässigen oder im politischen Zusammenhang.

FREIHEIT muss man sich zunächst einmal gedanklich erkämpfen, indem man seine eigenen Gedanken sortiert und herausfindet, was ist sinnvoll und was ist weniger sinnvoll – und was somit weder mir, noch dir, noch der Menschheit nützen kann.

Freiheit fängt somit zuerst bei uns selbst an, und somit ist es wichtig, dass man nicht nur idealistische Ziele formuliert, sondern zunächst den eigenen mentalen Zustand und den eigenen Wissenstand optimiert. Ansonsten baut man nämlich auf keinem soliden Fundament.

Doch diese Dinge sind alles sehr private Errungenschaften und beruhen auf äusserst privaten Beobachtungen und Entscheidungen. Dass muss ein jeder Mensch mit sich selbst ausmachen, weil diese Dinge von äusserst sensibler Natur sind und niemand während seiner Suche irgendwelchem Druck ausgesetzt sein darf – ansonsten kommt er zu Konklusionen, die uns vom Regen in die Traufe bringen.

Daher ist Erziehung auch ein sehr sensibles Gebiet, das viel Gutes oder auch viel Schlechtes hervorbringen kann. Viele Menschen geniessen überhaupt keine sinnvolle Erziehung, sondern wehren sich letztendlich gegen verbale oder/und physische Gewalt. Doch auch ideelle Gewalt oder die Gewalt der Masse kann ein Problem darstellen, wenn sie die Vernunft des Einzelnen zunichte macht oder ihn zu überwältigen droht. Das Letztere kennen wir unter den Begriffen Bullying, Mobbing oder Gruppenzwang.

Wie diese Formen der oft unsichtbaren Gewalt, die Freiheit des Menschen einschränken kann, davon handelt das folgenden Gedicht:

Erzogen

Hier sitzt er nun,

im Kerken dessen, was als richtig akzeptiert.

Seine Seele schmerzt dumpf,

seine Gedanken sind in Ketten gelegt.

Das Ganze so unsichtbar,

nichts Verkehrtes,

alles so, wie’s sein sollte;

nie ein Fehler.

Er kannte die Regeln.

Er wusste, dagegen zu verstossen, bedeutete Strafe.

Er gehorchte,

so lange, bis er selbst zum Gesetz

und dieses zu seinem Kerker wurde.

Mittlerweile hat er das Denken aufgegeben;

Es bestand kein Bedarf mehr.

Jemand sagt,

Leben und Kreativität brauchen Freiheit,

Freiheit, Fehler zu machen,

unbestrafte Fehler, um daraus zu lernen.

Es verhallt ungehört in der Ferne,

stillschweigend in einer anderen Welt.

SAM_6894

Dieses Gedicht stammt aus dem Buch So war mein dänischer Hafen, einer philosophisch angehauchten Autobiografie einer Künstlerin, die versucht, sich in Dänemark in einem kleinen Hafen zu etablieren.

So war Mein Dänischer Hafen

Bildnachweis

Fotos und Buchumschlag: NVP

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